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Riccarda Dietsche (2.v.l.) unterbot die EM-Limite bei jedem Wettkampf dieser Saison. Entscheidend für die EM-Selektion war aber der dritte Platz an der Schweizer Meisterschaft.
Riccarda Dietsche (2.v.l.) unterbot die EM-Limite bei jedem Wettkampf dieser Saison. Entscheidend für die EM-Selektion war aber der dritte Platz an der Schweizer Meisterschaft. (Archiv/Urs Siegwart)

Sprint gegen Europa-Stars

Yves Solenthaler Kommentare

Riccarda Dietsche vom KTV Altstätten startet am Sonntag an der Hallen-EM in Polen.

Leichtathletik In Torun finden seit Donnerstag und noch bis Sonntag die Hallen-Europameisterschaften statt. Am letzten Wettkampftag steht der 60-m-Sprint der Frauen auf dem Programm. Ab 10.18 Uhr finden die Vorläufe mit der 24-jährigen Lüchingerin Riccarda Dietsche statt. 

Die Sprinterin des KTV Altstätten hatte in allen vier Wettkämpfen dieser Hallensaison die EM-Limite (7,40 Sekunden) unterboten. Das allein hätte aber nicht gereicht, um in Polen starten zu können – nicht weniger als sieben Schweizerinnen erfüllten diesen Wert, es gibt aber höchstens drei Startplätze. 

2021 blieb Dietsche fünf Mal unter der alten Bestzeit

Riccarda Dietsche weiss das aus leidvoller Erfahrung: Bereits vor zwei Jahren schaffte sie die EM-Limite, musste aber zu Hause bleiben, weil Mujinga Kambundji, Ajla Del Ponte und Sarah Atcho noch schneller waren. Die damals von Dietsche aufgestellt persönliche Bestzeit (7,39 s) unterbot sie in diesem Jahr fünf Mal. Vor zwei Wochen an den Schweizer Meisterschaften verbesserte sich die schnellste Rheintalerin aller Zeiten auf 7,29 Sekunden. Damit gewann sie die Bronzemedaille und erhielt wie die Tessinerin Del Ponte und Salomé Kora vom LC Brühl das EM-Aufgebot.

Das Ziel von Riccarda Dietsche lautet, ihre persönliche Bestzeit nochmals zu unterbieten. Für die Halbfinalqualifikation (Top 16) müsste sie sich wohl um mehrere Hundertstelsekunden verbessern – mit ihrer aktuellen Bestzeit liegt Riccarda Dietsche auf Rang 31 der europäischen Saisonbestenliste. Allerdings fehlen ein paar der vor Dietsche klassierten Sprinterinnen an der EM, denn auch grosse Nationen wie Deutschland, Grossbritannien und Frankreich dürfen nur drei Starterinnen entsenden. Mit einer Zeit von 7,25 s (Bestzeit von Salomé Kora) wäre eine Halbfinalqualifikation durchaus realistisch.

EM in Polen ist ein gutes Omen für Riccarda Dietsche

Die Lehrerin arbeitete bis vor einer Woche in einer Stellvertretung. Riccarda Dietsches Trainingsaufbau war auf den Grossanlass ausgerichtet. An Polen hat sie gute Erinnerungen: Im Sommer 2017 gewann Dietsche an der U23-EM mit der Sprintstaffel die Bronzemedaille. Damals fanden die Titelkämpfe in Bydgoszcz statt, das nur 50 km westlich von Torun liegt.

Livestream der Hallen-EM in Torun

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