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Balgach

Kapitän Urs Wildisen wird sein Schiff in den nächsten Wochen auf Herz und Nieren prüfen.
Kapitän Urs Wildisen wird sein Schiff in den nächsten Wochen auf Herz und Nieren prüfen. (mia)

«Soloris» schippert auf dem See

Susi Miara Kommentare

Nach sieben Jahren Bauzeit konnte Urs Wildisen sein Schiff in Staad ins Wasser lassen.

Urs Wildisen kommt seinem Traum, den Lebensabend auf den Flüssen und Kanälen Europas zu verbringen, immer näher. Nach sieben Jahren Bauzeit wurde am Mittwoch sein Schiff «Soloris» in Staad ins Wasser gelassen. Seine 25 Meter lange und fünf Meter breite Jacht wurde in Balgach auf der grünen Wiese gegenüber dem Hallenbad gebaut.

«Es hat etwas länger gedauert als geplant», sagt der «Soloris»-Kapitän. 2011 begann er mit der Planung, im April 2014 hat er die ersten Spanten ausgeschnitten und 2015 begannen dann die Arbeiten. Bereits im Sommer 2020 wollte er sein Schiff ins Wasser lassen. Doch wegen der Pandemie hat sich die Einwasserung um zwei Jahre verzögert. Der ursprüngliche Plan bestand darin, im SpätHerbst 2021 das Schiff nach Basel zu transportieren und mit der Jungfernfahrt über Rhein, Main und Donau bis nach Wien zu fahren und dort Weihnachten und Silvester zu verbringen. Vorher waren noch Testfahrten in ruhigen Gewässern auf dem Bodensee geplant.» 

Bis Spätherbst auf dem Bodensee

Ein Jahr später kann Urs Wildisen seinen Traum endlich leben. Am Dienstagabend wurde das 25 Meter lange und 47 Tonnen schwere Schiff mit Spezialtransporter und drei Begleitfahrzeugen nach Staad verfrachtet. Zweieinhalb Stunden dauerte die Fahrt für die 18 Kilometer lange Strecke, wobei immer wieder Kandelaber und Verkehrsschilder aus dem Weg geräumt werden mussten.

Am Mittwoch um 8 Uhr folgte der grosse Moment: Das Schiff wurde ins Wasser gelassen und der Kapitän begann, es klarzumachen. Bis Herbst möchte er auf dem Bodensee schippern und so sein Schiff in ruhigen Gewässern auf Herz und Nieren prüfen, bis er in fliessende Gewässer wechselt. Den Transport nach Basel wird wieder ein Tieflader übernehmen. Während der Wintermonate möchte Wildisen in Basel als Ausbildner für die Berufsschifffahrt arbeiten und auch Schulungen zum Erwerb des kleinen Rheinjachtpatents anbieten. 

Rund eine halbe Million Franken hat Urs Wildisen nur für das Material ausgegeben, dabei 23 Tonnen Stahl und 36 Kubikmeter Isolationsmaterial verbaut. Mit 150 PS soll sein Schiff eine Geschwindigkeit von 20 km/h erreichen, bis zu 10 km/h kann mit elektrischem Antrieb gefahren werden. Auf der ganzen Länge des Dachs wurde dafür eine 14 Kilowatt starke Solaranlage montiert. Im Innenbereich befinden sich zwei Gästekabinen, die Kapitänskajüte, der Kochbereich, die Nasszellen mit Duschen und WC sowie ein grosser Aufenthaltsraum mit Fernseher und Cheminée-Ofen. 

Wohin ihn die Jungfernfahrt führen wird, weiss Urs Wildisen noch nicht. Wien wäre immer noch sein Traumziel. Wegen des Kriegs in der Ukraine und der damit verbundenen politischen Lage lässt er dieses Ziel noch offen. Momentan freut er sich einfach, die Zeit auf dem Bodensee zu verbringen und sein Schiff im Wasser kennen zu lernen.

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