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Heerbrugg

(Bild: pd)

SFS erholt sich schneller als erwartet

Thomas Griesser Kym Kommentare

Für das laufende zweite Semester 2020 erwartet SFS «ein deutlich besseres Ergebnis» als zunächst angenommen. Die Nachfrage hat tüchtig angezogen, die Produktion ist stärker ausgelastet, und all das steigert die Ertragskraft.

Im ersten Halbjahr war die Nachfrage als Folge von Corona eingebrochen. Die SFS Group spürte das mit einem Umsatzminus von 11 Prozent im Vorjahresvergleich und einen Abrutschen der betrieblichen Marge von 12,6 auf 9,2 Prozent des Umsatzes.

Für das zweite Semester nannte SFS im Juli die Prognose, den Umsatz gegenüber dem ersten Semester leicht zu steigern und die Marge ungefähr zu halten.

Mittlerweile sind diese Prognosen Makulatur. Neu rechnet die SFS für das ganze Jahr 2020 mit 1,63 bis 1,68 Milliarden Franken Umsatz. Das wären für das zweite Semester im schlechtesten Fall gut 10 Prozent mehr als im ersten Semester. Für das Betriebsergebnis kalkuliert SFS mit 180 bis 200 Millionen Franken. Das würde eine Marge von mindestens 10,7 Prozent bedeuten.

Autogeschäft im Aufwind, Flugzeugbau im Sinkflug

Was steckt dahinter? Die SFS Group, die weltweit rund 10'000 Mitarbeitende hat und Befestigungssysteme und Präzisionskomponenten entwickelt und herstellt, schreibt: «Die Dynamik der Nachfrage hat sich seit August in verschiedenen Endmärkten und Regionen schneller als erwartet erholt.»

Dies führe zu einer höheren Auslastung der Produktionskapazität, was sich positiv auf die Ertragskraft auswirke. Mit anderen Worten: SFS kann mehr verkaufen und verdient daran auch besser.

Die anhaltend positive Entwicklung der Geschäftstätigkeit in diversen Märkten seit den Sommermonaten halte auch im vierten Quartal an. namentlich nennt SFS das Geschäft als Automobilzulieferer, das im ersten Jahr stark vom Nachfrageeinbruch betroffen war, nun aber eine deutliche Erholung zeige. Im Weiteren berichtet die Gruppe von erfolgreichen Produkthochläufen von Schlüsselkunden aus der Elektronikindustrie.

An der Börse gewinnt die SFS-Aktie an Wert

Natürlich ist nicht alles Sonnenschein. Herausfordernd bleibe die Lage im Geschäft mit der Luftfahrtindustrie, und den Geschäftsverlauf über das Jahr 2020 hinaus sieht die SFS wegen der Pandemie und den damit verbundenen Ungewissheiten «unverändert mit erheblichen Risiken behaftet».

Am Montag hatte sich indessen SFS-Chef Jens Breu am Konjunkturforum «Zukunft Ostschweiz» dahingehend geäussert, dass sein Unternehmen die Pandemie als etwas Kurzfristiges einschätze. Deshalb halte man an Investitionen fest, weil diese mittel- bis langfristig ausgelegt seien. Unter anderem hat SFS im September Investitionen in Höhe von 25 bis 30 Millionen Franken am Standort des Hauptsitzes Heerbrugg freigegeben. Auch den Standort Schaffhausen will SFS deutlich ausbauen.

SFS-CEO Jens Breu, hier ein Archivbild, war am Montag Gast beim "Konjunkturforum Zukunft Ostschweiz", das als Live-Stream übertragen wurde.

 

Der aufgehellte Ausblick gefällt auch den Investoren: An der Schweizer Börse legte die SFS-Aktie am Dienstagvormittag um bis zu knapp 5 Prozent zu.

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