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Kantonspolizist Urs Bücheler empfiehlt, die Handtasche vor dem Bauch zu tragen. Dort verliert sie ihre Besitzerin sie nicht aus dem Blick.
Kantonspolizist Urs Bücheler empfiehlt, die Handtasche vor dem Bauch zu tragen. Dort verliert sie ihre Besitzerin sie nicht aus dem Blick. (Monika von der Linden)

Selbstbewusstes Auftreten schützt

Monika Von Der Linden Kommentare

Nicht die Angst, sondern die Vorsicht bewahrt Menschen davor, auf bösartige Maschen Krimineller reinzufallen.

Den Mitmenschen grundsätzlich zu vertrauen und ihnen keine böse Absicht zu unterstellen, ist ein sympathischer wie verbreiteter Charakterzug. Es gibt immer wieder Situationen, in denen dieses Vertrauen missbraucht wird und gutgläubige Menschen hinters Licht geführt, betrogen oder beraubt werden. 

Die zehn Frauen und drei Männer, die an diesem Donnerstagmorgen im Kursraum der Pro Senectute sitzen, wissen, dass sie als Angehörige des älteren Semesters schnell zum Ziel von einem «Schlunggi» werden können. So nennt Kantonspolizist Urs Bücheler jene Leute, die in schäbiger Weise und widerrechtlich an das Eigentum oder Geld fremder Menschen gelangen wollen. 

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kurses lassen sich von dieser Aussicht keine Angst einjagen. Vielmehr wollen sie sich wappnen und lauschen interessiert den Tipps des erfahrenen Polizisten. Kriminelle haben ihre Maschen nämlich an den Wandel der Gesellschaft und an die Entwicklung der Technik angepasst. Manche sind nicht mehr nur auf der Strasse unterwegs, sie nutzen das Internet und Telefon oder schlüpfen sogar in Polizeiuniformen. 

Die Polizei zeigt Verständnis für Vorsicht

Urs Bücheler rät den Teilnehmenden, sich bei einem Kontakt mit vermeintlichen Autoritätspersonen nicht verunsichern, unter Druck setzen und zu einer schnellen Handlung treiben zu lassen. Echte Mitarbeitende der Polizei bringen den Bürgerinnen und Bürgern gegenüber Verständnis auf, wenn sie misstrauisch und vorsichtig auftreten. Es gibt zum Beispiel keinen Grund, der Polizei Geld oder Schmuck zu übergeben. 

Das Risiko, in der eigenen Wohnung bestohlen zu werden, kann man verringern, indem man selbstverständlich die Gegensprechanlage oder den Türspion nutzt und die Wohnungstüre verschliesst, sobald man einen ungebetenen Gast aus den Augen lässt. Wer Wertgegenstände verräumt, vermittelt nicht den verlockenden Eindruck, dass sich ein Diebstahl lohnen könnte.

Wer sich im öffentlichen Raum aufhält, tut gut daran, nicht dringend benötigte Ware daheim zu lassen. Das Unverzichtbare verstaut man in einer Handtasche und trägt diese vor dem Bauch. Sie bleibt im Blickfeld und ist für einen Dieb oder eine Diebin viel schwerer zu erreichen, als wenn sie unbeaufsichtigt im Einkaufswagen liegt. Weiter rät Urs Bücheler dazu, die Kreditlimite der Bankkarte selbst festzulegen, um den Schaden bei einem etwaigen Diebstahl begrenzen zu können.

Teilnehmerin ist im eigenen Verhalten bestärkt

Nachdem die Senioren und Seniorinnen fast eine Stunde lang gehört haben, welchen Tricks und Fallen sie ausgesetzt sind, könnte man glauben, sie wären verunsichert und sähen nur noch Gefahren. Das Gegenteil ist eingetreten. Die Kursteilnehmenden sind froh, erfahren zu haben, wie Kriminelle heute vorgehen. Sie fühlen sich in ihrem Verhalten bestätigt und gehen gestärkt aus dem Vortrag hervor. «Ich bin beruhigt und gewappnet», sagt ein Herr. «Ich wurde bereits mehrmals belästigt und bin nun in meinem Verhalten, misstrauisch und selbstbewusst aufzutreten, bestärkt», sagt eine Dame.

Tipps zur Vermeiden von Betrug Diebstahl oder Einbruch kann man sich im Internet unter www.skppsc.ch anschauen oder herunterladen.

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