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So sieht Wiener Verpflegung aus.
So sieht Wiener Verpflegung aus. (Bild: rez)

Seitenblick: Ein Besuch im Leberkashimmel

Remo Zollinger Kommentare

Es gibt sehr viele Gründe, Wien zu besuchen. Etwa der prächtige Stephansdom. Die Kunstsammlung in der Albertina. Die blaue Donau beim Freibad Gänsehäufel, die Hofburg, die Staatsoper und die Einkaufsmeile Mariahilfer Strasse. Der Naschmarkt. Das pulsierende Zentrum mit der Kärntner Strasse im ersten Bezirk.

Allerdings hat der erste Bezirk angesichts meiner häufigen Besuche von Österreichs Hauptstadt zuletzt deutlich an Reiz eingebüsst – und das authentische Wiener Leben erlebt man am besten in Aussenbezirken wie der Josefstadt oder Floridsdorf. Einen Fixpunkt gibt es allerdings auch für mich: den Leberkas-Pepi. Das ist ein Fast-Food-Restaurant, das sich ganz der Kunst verschrieben hat, Leberkas zu servieren.

Natürlich raten alle Ernährungsberater von einem Besuch eines dieser Lokale ab. Fleischkäse ist ja nicht gerade das, was auf einen ausgewogenen Speiseplan gehört, schon gar nicht regelmässig. Aber wissen Sie was? Darauf kann man auch einmal pfeifen.

Leberkas-Pepi muss in Wien einfach sein. Auf dem Tresen steht ein Heizschrank, durch seine von der Hitze beschlagene Scheibe sind 15 beeindruckend grosse Laibe zu sehen. Darüber prangt die Speisekarte. Es gibt: Leberkas. In 15 verschiedenen Formen und Varianten. Mir schmecken der mit Röstzwiebeln und der mit Spinat und Knoblauch am besten. Von Letzterem gibt’s nur noch «des Scherzerl», den Anschnitt. Es ist eine Geschmacksexplosion auf einfachste Wiener Art. Es ist ein Grund, nach Wien zu reisen. Es ist ein ein 170 Gramm schweres Stück Leberkashimmel.

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