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Die Schwestern Livia und Mara.
Die Schwestern Livia und Mara.

Schwester mit Down-Syndrom: «Sie ist der Sonnenschein der Familie»

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Mara und Livia teilen viele gemeinsame Interessen. Doch Mara ist anders. Sie hat Trisomie 21. Anlässlich des Internationalen Tag des Down-Syndroms am 21. März erzählt Livia aus dem Alltag mit ihrer Schwester.

Name: Livia Federer Alter: 15 Wohnort: Berneck Beruf: Schülerin

Wie würdest du die Beziehung zwischen deiner Schwester und dir beschreiben?
Wir haben ein sehr enges, gutes und meistens auch harmonisches Verhältnis und verbringen viel Zeit miteinander.

Du hast auch noch eine ältere Schwester. Was hast du für ein Verhältnis zu ihr?
Ebenfalls ein sehr enges. Jedoch glaube ich, dass Mara und ich eine stärkere Verbindung haben, da ich sie öfter sehe und wir die gleichen Interessen teilen. Trotzdem verstehen wir uns alle drei sehr gut.

Welches Interesse verbindet dich mit Mara?
Wir turnen beide sehr gern. Bis vor einem Jahr waren wir Teil der Rhythmischen Gymnastik in Berneck, dann hat Mara nach Diepoldsau gewechselt. Als Projektarbeit in der Schule habe ich sie auf einen Wettkampf vorbereitet.

Welche Aktivitäten unternehmt ihr am liebsten in eurer Freizeit?
Im Sommer sind wir fast jeden Abend zusammen auf dem Trampolin. Mara und ich verbringen allgemein viel Zeit zusammen. Meistens sind wir draussen in der Natur.

Was bewunderst du an Menschen mit Down-Syndrom?
Die Fröhlichkeit dieser Menschen ist sehr ansteckend. Sie sind die glücklichsten Menschen, die es gibt. Meine Schwester ist der Sonnenschein der Familie und muntert uns immer auf.

Inwiefern ist deine Schwester eingeschränkt?
Eingeschränkt ist sie beim Denken und in ihrem Lernprozess. Wenn man Mara mit Kindern vergleicht, die kein Down-Syndrom haben, ist sie weniger selbstständig. Vergleicht man sie aber mit Kindern, welche auch das Down-Syndrom haben, ist sie sehr selbstständig.

Wie unterscheidet sich eure Familie von anderen?
Unser Alltag gestaltet sich wie bei vielen anderen Familie, nur dass alles ein wenig länger dauert. Mara beansprucht von allen Familienmitgliedern viel Zeit. Wir müssen unsere Freizeitbeschäftigungen oder Wochenendausflüge oft anpassen, da Mara manchmal stur sein kann und nicht immer offen für Neues ist. Für mich ist das normal, da ich erst zwei Jahre alt war, als Mara zur Welt kam und ich damit aufgewachsen bin.

Wie beeinflusst das Down-Syndrom deiner Schwester dein eigenes Leben?
Im Familien-Alltag muss ich kürzertreten, da sie sehr viel Aufmerksamkeit benötigt. Meine Eltern geben ihr Bestes, niemanden zu vernachlässigen. Zum Beispiel gehen Mama und ich manchmal allein ins Kino oder shoppen. Ich profitiere sehr von Mara, da sie ein sehr feinfühliger Mensch und immer aufgestellt ist. Ich kann mir mein Leben ohne sie nicht vorstellen.

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