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St. Margrethen

Der Vorstand der Genossenschaft Rössli musste ein neues, finanzierbares Projekt erarbeiten. Das will er am 3. November den Genossenschafterinnen und Genossenschaftern vorstellen und darüber abstimmen lassen.
Der Vorstand der Genossenschaft Rössli musste ein neues, finanzierbares Projekt erarbeiten. Das will er am 3. November den Genossenschafterinnen und Genossenschaftern vorstellen und darüber abstimmen lassen.

«Rössli» noch nicht aufgegeben

Kurt Latzer Kommentare

Im November will der Vorstand der Genossenschaft Rössli die neuen Pläne für das Restaurant vorlegen. Sagt die Mehrheit der Genossenschafter dazu nein, ist das Projekt vom Tisch.

«Das soll Ende Jahr wieder eröffnen», hat es an der Generalversammlung der Genossenschaft Rössli im Februar geheissen. Damals haben Genossenschafter dem Kauf des Restaurants und dessen Sanierung zugestimmt. Die Kosten: 1,15 Mio. Franken für die Sanierung mit Saalanbau, 700 ooo Franken für den Kauf der Liegenschaft, die im Besitz der Politischen Gemeinde St. Margrethen ist. Gekauft, saniert oder gebaut worden ist seither nicht, am 3. November entscheiden die Genossenschafter an der ausserordentlichen Generalversammlung nicht über die Eröffnung des Restaurants, sondern über dessen Sein oder Nichtsein.

Vorstand musste Notbremse ziehen

Ein paar der Investoren haben ihr Geld gedanklich bereits abgeschrieben und sind enttäuscht. Zu Recht? «Ich glaube nicht», sagt Peter Staub, Vorstandsmitglied der Genossenschaft Rössli, an einem Treffen im «Rössli». «Wir alle im Vorstand glauben nach wie vor an das Projekt und sind nun auf einem guten Weg.»

Nachdem die Genossenschafter dem Projekt zugestimmt hatten, habe man eigentlich die Aufträge für die Sanierung vergeben wollen. «Im Zuge der Detailplanung wurde deutlich, dass die ursprünglichen Kostenangaben nicht gestimmt haben», sagt Rolf Hanselmann, Vorstandsmitglied der Genossenschaft Rössli. Von den zu erwartenden Mehrkosten schockiert, habe der Vorstand die Notbremse ziehen müssen. Peter Staub: «Es wäre unverantwortbar gewesen, die Sanierung und den Umbau zu beginnen.» Zu viel Unvorhersehbares habe zum Stopp geführt.

Gemeinde unterstützt «Rössli» nicht finanziell

Wie viel mehr hätte das bewilligte Projekt gekostet? «Ein Vielfaches mehr», sagt Staub. Deshalb habe der Vorstand nochmals über die Bücher gehen und ein neues, finanzierbares Projekt erarbeiten müssen. Das will er am 3. November vorlegen. Die Liegenschaft sei nach wie vor im Besitz der Politischen Gemeinde. Ist das Genossenschaftskapital wegen der bisherigen Kosten schon fast aufgezehrt? «Nein», sagt Peter Staub, «das Genossenschaftskapital ist grösstenteils vorhanden.» Neben dem Geld für die ersten Pläne habe man nur Geld für Papier, Porto und dergleichen aus der Kasse genommen. Und die Sitzungsgelder? «Die gibt es nicht. Alle im Vorstand arbeiten ehrenamtlich», sagt Rolf Hanselmann. Sogar die Konsumationen an den Sitzungen zahle man aus dem eigenen Sack. Und Sitzungen habe es in den letzten Monaten sehr viele gegeben. «Wir glauben nach wie vor an das Projekt, trotz des Tiefschlages im Frühling», sagt Hanselmann.

Die Politische Gemeinde St. Margrethen unterstützt das Projekt. Auch finanziell? Peter Staub: «Das wäre politisch kaum umsetzbar. Bekämen wir von der Gemeinde für das Restaurant Rössli Geld, könnte dies jeder Gewerbetreibende in der Gemeinde auch verlangen.»

Die Geschäftsstelle der Genossenschaft Rössli führt Gemeinderatsschreiber Felix Tobler. Er arbeitet laut der Vorstandsmitglieder nicht von Amtes wegen für die Geschäftsstelle, sondern opfere dafür wie die Vorstandsmitglieder seine Freizeit.