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«Punk-Style ist für mich eine Art Kunstform»

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#MinStyle: Lauro ist seit fünf Jahren in der Punk-Szene und zieht sich dementsprechend an. Wir haben mit dem Widnauer über Vorurteile und komische Blicke gesprochen.

Name: Lauro Alter: 21 Wohnort: Widnau Beruf: Student an der ZHAW

Was trägst du heute und wieviel kosten die einzelnen Kleidungsstücke?
Schuhe
: Dr. Martens, zwei verschiedene Paare, deshalb zweimal 200 Franken
Hose: Cargo-Hose, H&M, 50 Franken
Pullover: Black Mosquito, 60 Franken
Accessoires: 50 Franken
Das ganze Outfit kostete total 560 Franken.

Wieso trägst du zwei verschiedene Paar Schuhe?
Das ist so üblich in der Punk-Szene. Ich wollte schon immer richtig bequeme Stiefel, die «szenig» aussehen. Dr. Martens sind mit ihrer Einheitsform perfekt zum Kombinieren.

Wie oft gehst du Kleider shoppen?
Relativ selten. Zurzeit habe ich einen Überfluss an Kleidern, vor allem Bandshirts. Davon habe ich etwa 40. Bandshirts habe ich mir früher immer gekauft, wenn ich eine neue Band entdeckt habe, um meine Treue und meinen Respekt auszudrücken.

Wie bist du zum Punk-Style gekommen?
Das hat sich langsam entwickelt. Durch die Musik bin ich in die Punk-Szene gekommen. Mein ganzer Freundeskreis kleidet sich in diesem Stil und so bin ich reingerutscht. Es gefällt mir, mich so zu kleiden. Es gibt mir die Möglichkeit, mich von der Masse abzuheben und ich finde, man wird mehr als Original wahrgenommen.

Kleidest du dich auch so, wenn du an die Uni gehst?
Nein, da verzichte ich auf die meisten Accessoires. Aber es ist lustig: Wenn ich denke, ich bin leger angezogen, ist es für manche Leute immer noch zu krass.

Begegnen dir viele Menschen mit Vorurteilen?
Die Leute merken relativ schnell, dass ich nicht «gefährlich» bin, sobald ich mich mit ihnen unterhalte. Der Style ist für mich eine Art Kunstform, es geht nur um eine Attitude und nicht um anderen Leuten Angst einzuflössen. Mache Menschen haben für Punk weniger Verständnis, andere mehr. Es ist immer cool, positiv auf Menschen zuzugehen und sie von sich zu überzeugen – Freundlichkeit ist die beste Waffe.

Spürst du manchmal komische Blicke auf dir?
Zu Beginn ist es mir extrem aufgefallen, jetzt nicht mehr. Oder nur noch, wenn ich mit meiner Mutter einkaufe und sie mich darauf hinweist (lacht). Ich denke, solche Blicke zu provozieren ist teils auch die Grundidee des Punks.

Was ist das grösste Vorurteil gegenüber der Punk-Szene?
Dass sie eine erhöhte Gewaltbereitschaft haben. Ich verstehe auch, dass dieses Bild entsteht, anhand der Musik und dem Auftreten gewisser Leute. Jedoch bin ich schon seit fünf Jahren in der Punk-Szene und habe noch nie eine grundlose Schlägerei gesehen.

 

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