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Der japanischen Börse geht's zurzeit ganz gut.
Der japanischen Börse geht's zurzeit ganz gut. (Bild: Archiv)

Promotion: Japans Börse in Feierlaune

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Für das Land der aufgehenden Sonne geht es nach dem coronabedingten Wirtschaftseinbruch aufwärts. So ist Japans Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal 2020 mit rund 3 % stärker gewachsen als erwartet.

Haupttreiber waren die steigenden Exporte. Nun zeigt sich jedoch auch in der drittgrössten Volkswirtschaft der Welt eine zunehmende Verlangsamung der Konjunkturerholung.

Der Feierlaune an Tokyos Börse tat dies keinen Abbruch: Die Hoffnung der Anleger auf eine baldige Rückkehr zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Normalität ist intakt. So durchbrach der Nikkei Index zu Wochenstart erstmals seit 1990 wieder die Marke von 30000 Punkten. Allein dieses Jahr verzeichnet er ein währungsbereinigtes Plus von über 9 % und schlägt damit sowohl den Schweizer SMI (+1,2 %) als auch den amerikanischen S & P 500 (+6,8 %).

Für Anleger sind japanische Aktien aber nur bedingt empfehlenswert. Einerseits fällt ihre Performance im langfristigen Vergleich ernüchternd aus: In den letzten zehn Jahren hat der Nikkei (+107 %) etwa gegenüber dem amerikanischen Markt (+185 %) deutlich unterperformt. Hätte man zur Jahrtausendwende in Japans Leitindex investiert, müsste man sich heute mit einem Minus von über 10 % anfreunden. Mit einer Anlage in den globalen Markt, gemessen am MSCI World Index, stünde hingegen ein Plus von gut 18 % zu Buche. Noch grösser ist die Diskrepanz zu den Schweizer und amerikanischen Indizes (SMI: +49 %, S & P 500: +61 %).

Andererseits ist Japans Wachstumspotenzial in industrieller und demografischer Hinsicht limitiert. So liegt der Altersdurchschnitt der Bevölkerung mit 48,4 nirgends höher – in der Schweiz ist er 42,6 Jahre.

Gesprächsstoff lieferte diese Tage ausserdem der geplante Verkauf des US-Sportartikelherstellers Reebok durch die bayerische Mutter Adidas. Drei Milliarden Euro hatte diese 2006 für die Übernahme hingeblättert. Rentiert hat sich das allerdings nie. Allein bis 2018 verlor Reebok ein Drittel des Umsatzes, während der von Adidas um über 160 % stieg. Für die «Drei-Streifen-Marke» aus Herzogenaurach findet so in absehbarer Zeit der wohl teuerste Fehlgriff ihrer Geschichte ein Ende.

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