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Heerbrugg

Benedikt Götz (Leiter des Astronomiekurses und Präsident Sternwarten-Förderverein, von links), Rektorin Judith Mark und Gemeindepräsident Christian Sepin eröffnen den Planetenweg und geben den Blick auf die Sonne frei.
Benedikt Götz (Leiter des Astronomiekurses und Präsident Sternwarten-Förderverein, von links), Rektorin Judith Mark und Gemeindepräsident Christian Sepin eröffnen den Planetenweg und geben den Blick auf die Sonne frei. (Monika von der Linden)

Planetenweg nicht nur für Schüler

Monika Von Der Linden Kommentare

Der Astronomiekurs der Kantonsschule Heerbrugg hat einen Planetenweg geschaffen. Er wurde am Dienstagabend feierlich eröffnet. Die Sonne bildet die erste Station in der Sternwarte, weitere acht sind im richtigen Abstand und Grössenverhältnis plaziert.

HEERBRUGG. Seit Jahrzehnten lernen junge Erwachsene an der Kantonsschule die Astronomie kennen. Vor zwanzig Jahren erfüllte sich schliesslich ein lang gehegter Traum von Fritz Schoch. Der damalige Physiklehrer eröffnete die Sternwarte der Kantonsschule.

Damit ging er einen ersten Schritt in die Öffentlichkeit. Bis heute öffnet die Sternwarte regelmässig ihre Türen nicht nur für Schüler. Auch die Bevölkerung ist willkommen. Jeder Besucher darf einen Blick durch die Fernrohre werfen und sich fachkundig erklären lassen, was dem blossen Auge verborgen bleibt.

Planeten im Modell studieren

Am Dienstagabend machten die Schüler des Astronomiekurses einen weiteren Schritt in die Öffentlichkeit und eröffneten einen den Planetenweg. Jeder Spaziergänger kann ihn nun jederzeit gehen und an den einzelnen Stationen die unterschiedlich grossen Planeten unseres Sonnensystems im Modell anschauen. Eine Tafel regt an, sich näher mit den Nachbarn im Weltall zu befassen.

Die drei der Sonne am nächsten gelegenen Planeten sind im Kantonsschulgebäude untergebracht. «Während der Schulzeiten ist der Zugang zur Sonne öffentlich», sagte Benedikt Götz an der Eröffnungsfeier. Der Fixstern hat seinen Platz am Aufgang zur Sternwarte. An der Wendeltreppe sind alle Planeten ausgestellt. Das dient dem massstabsgetreuen Grössenvergleich. «Auf dem Spazierweg sind sie im richtigen Abstand.»

«Wir arbeiten nicht so isoliert»

Jenny Reichert und Ylber Conzett gehören zum Kernteam der Initianten. Beide liessen sich von Ian Hutter mitreissen. Er hatte vor eineinhalb Jahren die Idee zum Planetenweg. «Ich hatte den Wunsch auch schon», sagte Jenny Reichert. «Ich habe aber nicht gedacht, dass er sich umsetzen lässt». Das Ergebnis gefällt ihr sehr gut. Denn es ist nicht nur für die Kursteilnehmer gut, sondern auch für die Öffentlichkeit.

«Jeder Spaziergänger kann jetzt sehen was wir in der Kanti machen und wir arbeiten nicht so isoliert.» Der Planetenweg sei ein Teil der Bildung, die man von aussen gut nachvollziehen kann.

Ylber Conzett interessiert sich sehr für Astronomie. Als er das erste Mal durch ein Fernrohr blickte, war er fasziniert: «Ich konnte Planeten erkennen, die ich mit blossem Auge kaum erahnen konnte», sagte er. Er wünscht sich, dass sich Spaziergänger auf dem Planetenweg dazu animiert lassen, einmal die Sternwarte zu besuchen. «Sie werden dann vielleicht das gleiche Erlebnis haben wie ich», sagte er.

Es war nicht ganz leicht, die Idee von Ian Hutter umzusetzen. Die einzelnen Stationen mussten die Schüler so bauen, dass sie Wind und Wetter widerstehen. Die Route des Wegs führt von der Kantonsschule bis zum Bachweg in Au. «Auf der Luftlinie haben die Planeten jeweils den richtigen Abstand», sagte Benedikt Götz. Auf dem Gehweg stimmt es nicht genau, man läuft ein paar Meter mehr.

Mehr Infos via QR-Code

An jeder Station gibt es eine Infotafel. Mittels QR-Code öffnet man die entsprechende Site der Kanti-Homepage. «Wir werden bald noch Zusatzinfos aufschalten», sagte Götz. «Wir planen einen Ausbau mit GPS.» Das sei aber noch nicht spruchreif.

«Ein bisschen stolz sein kann ich schon auf so tolle Schüler», sagte der Astronomielehrer. Mit acht Schülern in der Kerngruppe und weiteren acht Mitgliedern des Freifaches stellte er das Projekt fertig. «Wir haben die Eröffnung vor der Matura geschafft, noch bevor einige der beteiligten Schüler die Kanti verlassen.»

Und für einen Tag drehte sich in der Kantonsschule alles um das Sonnensystem. «Sonst dreht sich alles um die Sonne», sagte Benedikt Götz.

Stolz auf die Schülerinnen und Schüler ist auch die Rektorin Judith Mark. Die Sternwarte sei zu einem wichtigen Teil der Kanti geworden. Sie bedankte sich bei allen Beteiligten, die viele Stunden in die Projektierung und Erstellung des Planetenwegs investierten.

zur Bilderstrecke
  • Die Sonne ist das Zentrum der Milchstrasse. Sie ist also der Ausgangspunkt der Planetenwegs, bei der Sternwarte in der Kantonsschule.
  • Der Merkur hat die kürzeste Distanz zur Sonne. Er steht beim Treppenaufgang.