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Heerbrugg

Die Kirchgemeindeversammlung hat die Innensanierung des Pfarrhauses Heerbrugg (vorne links im Bild) angenommen.
Die Kirchgemeindeversammlung hat die Innensanierung des Pfarrhauses Heerbrugg (vorne links im Bild) angenommen. (Bild: Philipp Seiler)

Pfarrhaus wird sanft renoviert

Maya Seiler Kommentare

86 evangelische Kirchbürger von Berneck-Au-Heerbrugg stimmten einer gründlichen Innensanierung des Pfarrhauses zu und sicherten den Weiterbestand des einzigartigen Ensembles der Nachkriegsmoderne.

Maya Seiler

Der Antrag an die Kirchgemeinde war 1963 für Heerbrugg sehr fortschrittlich: In diesem Jahr wurde ein Baukomplex aus reformierter Kirche, Kirchgemeinde- und Pfarrhaus nach dem Entwurf des Architekturbüros Baerlocher + Unger aus St Gallen realisiert. Die Gebäude, im Stil der Nachkriegsmoderne um einen grosszügigen Kirchplatz gruppiert, sind bis heute mustergültig. Die schlichte Eleganz der geometrischen Formen repräsentiert den Ausdruck einer Zeit des Aufbruchs, geprägt von den ersten bemannten Raumflügen. Die damaligen Kirchbürger bewiesen Weitsicht; die heutige Kirchgemeinde honoriert diese Haltung mit der vorbehaltlosen Zustimmung zur Pfarrhaus-Sanierung, womit sie Verantwortungsbewusstsein und Sensibilität im Umgang mit Bauten der 60er-Jahre beweist. Die Bausubstanz ist sehr gut, nötig ist eine gründliche Innenrenovation, bevor das im Moment leer stehende Pfarrhaus im August wieder vermietet werden kann. Die Kosten von 135000 Franken kann sich die Kirchgemeinde leisten, denn die Rechnung 2016 weist einen erfreulichen Gewinn von 48 500 Franken aus, sechsundvierzigtausend höher als budgetiert. Im Budget 2017 wird mit einem Verlust von 200000 Franken gerechnet, was sich die Kirchgemeinde mit Eigenmitteln von fast 50 000 Franken trotz Beibehalt des Steuerfusses leisten kann.

Kirchgemeindepräsident Armin Bartl führte speditiv durch die Traktanden. Er verwies auf den Beginn des Jubiläums 500 Jahre Reformation am 5. November 2017, das mit einem Gottesdienst und einem Festchor von 90 Sängerinnen und Sängern in Diepoldsau gefeiert wird. Die Kirchgemeindemitglieder bewiesen ihr Engagement mit mehreren Voten in der allgemeinen Umfrage. Ein Bürger fragte im Zug der Offenlegung von Behörden-Salären nach den Gehältern der kirchlichen Mitarbeitenden. Pfarrer Jens Mayer erklärte, alle Löhne seien bereits heute online zu finden. Dies war dem Votanten zu kompliziert; Präsident Bartl versprach, eine entsprechende Liste in Kürze zu publizieren. Eine besorgte Votantin erhielt auf ihre Frage nach dem Versicherungsschutz der Angestellten eine beruhigende Antwort. Auf die Bitte, ob man das leer stehende Gebäude besichtigen könne, bot Liegenschaftsverwalter Olaf Tiegel eine Führung durchs Pfarrhaus an. Zum Schluss ehrte Armin Bartl Maja Löliger, Leiterin des Sekretariats, mit einem Blumenstrauss dafür, dass sie seit 15 Jahren «Kioskfrau» an vorderster Front und gute Seele der Kirchgemeinde ist. Mit dem Luther-Wort «Im Trockenen kann der Geist nicht wohnen» lud er abschliessend die Versammlungsteilnehmer zum Apéro ein.