rheintaler.ch

Widnau

Die Arena im Widnauer Rheinvorland ist die perfekte Open-Air-Location.
Die Arena im Widnauer Rheinvorland ist die perfekte Open-Air-Location. (Bild: Ulrike Huber )

Party, guter Blues und Alpschweinbraten

Gerhard Huber Kommentare

Mehr als 400 Musikfans tummelten sich am Samstagabend im Halbrund der Arena im Rheinauenpark. Es gab am Open Air des Vereins Projekt Blues Rock wieder eine ordentliche Portion guter Live-Musik mit vier Bands.

Es war vieles perfekt an diesem Open-Air-Abend. Perfekte Konzertatmosphäre in der Arena im Rheinvorland. Eine einzigartige Location und eine super Organisation durch die Leute vom Projekt Blues Rock mit Dominik Spirig an der Spitze. Guter Sound und Chili con Carne sowie gebratenes Säntis-Alpschwein und ein knalliges Abendrot verwöhnten die Besucher.

Nach dem Motto «die Ersten werden die Besten sein» lieferte die Rheintaler Band A New Day gleich den besten Gig des Abends ab. Coole Neuinterpretationen von bekannten und weniger bekannten Songs von Rock über Pop bis Soul und Blues. Ein lockerer Sound, der durch die Luft zu schweben schien, schwerelos, leicht und lässig. Megalässig. Der Bass von Meini Keel pumperte die Tonleiter rauf und runter und trieb die anderen Instrumente vor sich her. Fantastisch die beiden Leadsänger Mäx Feuerstein und Sonja Enzler. Man spürte den Spass und die Leidenschaft, die diese Band in sich hat. Sonja Enzler ist eine zierliche Person mit grosser Ausstrahlung und noch grösserer Stimme. Eine Hammer-Performance kam von Sänger Mäx Feuerstein. Eine Stimme, die an Axl Rose oder Steven Tyler erinnert. Problemlos wechselte Feuerstein zwischen Kopf- und Bruststimme und lotete alle stimmlichen Möglichkeiten aus. A New Day changierten zwischen verschiedenen Stilen, blieben dabei aber immer bei einem einheitlichen Sound. Eine schöne Geste, dass sie ihren Auftritt dem vor wenigen Monaten verstor­benen Gitarristen Mario Lorenzi widmeten. Die Band konnte auf der ganzen Linie überzeugen.

Was leider den beiden Musikern von Too Mad nicht gelang. Dio an den Drums und Daems an der Gitarre, beide aus Oberriet, haben ihren ganz eigenen Sound, ihre ganz eigene Musik. Gitarrenriffs und Drumgrooves mit ungewöhnlichem Gesang, die auf den ersten Blick oder besser gesagt auf das erste Gehör esoterisch angehaucht erscheinen. Eine Art Blues, der nicht erdig-rockig, sondern in die Sphären entschwebend daherkommt. Durchaus hörenswerte Songs. Aber an diesem Gute-Laune-Party-Sommer-Open-Air in ihrer ernsthaften Tiefe fehl am Platz.

Bis weit in die Nacht hinein wurde die feiernde und tanzende Gästeschar noch von den Running Aztecs aus Schaffhausen und Chris K. King aus St. Gallen unterhalten, die solide Gigs ablieferten. Und nachdem die Lautsprecher zurückgedreht worden waren, haben die Freunde vom Projekt Blues Rock noch lange auf ein sehr gelungenes Open Air angestossen.

Gerhard Huber

Mehr Bilder auf rheintaler.ch