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Heerbrugg

Die Geburtstagsgäste wurden von Renate Bauer, Rosario Bonaccorso und Herbert Walser (von links) bestens unterhalten.
Die Geburtstagsgäste wurden von Renate Bauer, Rosario Bonaccorso und Herbert Walser (von links) bestens unterhalten. (Bild: pd)

Paar- und Familienberatung feierte Geburtstag

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90 Personen erschienen im Kultursaal des Kinotheaters Madlen, um das 35-jährige Bestehen der Paar- und Familienberatungsstelle Rheintal zu feiern. Die Gäste genossen einen abwechslungsreichen Abend.

Präsident Hanspeter Rohner erinnerte in seiner Begrüssung an die Eröffnung der Beratungsstelle im Sommer 1982 in Altstätten und ihre weitere Entwicklung. Es sei ein grosses Bedürfnis vor­handen, Familien, Paare und Einzelpersonen in einem neutralen Raum professionell in Beziehungsfragen zu beraten und bei Krisen zu begleiten. Bis 2014 war Felix Häne Stellenleiter, danach hat Yvonne Menzi, die den Abend moderierte, die Beratungstätigkeit aufgenommen.

Mit dem personellen Wechsel gab es auch eine Neugestaltung der Räume. Dankbar blickte Rohner auf die unbürokratische Zusammenarbeit der Trägerschaft zurück, die aus katholischem Administrationsrat und evangelisch-reformierter Kirche des Kantons sowie vieler politischer Gemeinden und Kirchgemeinden von Rüthi bis Thal besteht.

Martin Schmidt, Präsident der evangelischen Kantonalkirche, gratulierte. Wo die Freiheit zunehme, werde es anspruchsvoll, da Lebensentscheidungen nicht mehr vorgegeben, sondern selbst wählbar sind. Dabei helfen Liebe, Respekt und Toleranz. Das Ziel aller Bemühungen sei es, gelingendes Leben mit Nächsten-, Selbst- und Gottesliebe zu füllen. Evi Wendel verlas im Namen des katholischen Konfessionsteils ein Grusswort von Fridolin Eberle. Dieser dankte für die wertvolle Arbeit, die die Suche nach Wegen und Lösungen voranbringt und die Entwicklung einer eigenen Haltung sowie die Fähigkeit, sich in den anderen hineinzuversetzen, fördert.

Gaby Hartert, Vizepräsi­dentin der Gemeinde Rebstein, schloss sich den Glückwünschen an. Sie ermutigte, innezuhalten, zurück und nach vorn zu blicken. Die Familie in ihren vielfältigen Formen sei weiterhin der Ort, an dem Menschen «Leben lernen». Dieser Ort verändere sich durch neue Medien und das Ausei­nanderdriften der Generationen stark. Die Beratungsstelle sei aus ihrer Perspektive eine unverzichtbare Institution, denn sie stabilisiere Menschen in schwierigen Situationen und helfe, ihr Leben positiv zu gestalten.

Nach den Grussworten wurde das Thema «Beziehungen» aufgenommen. Renate Bauer, Schauspielerin und Regisseurin des Landestheaters Vorarlberg, nahm die Jubiläumsgäste mit auf eine Reise durch literarische Texte über Liebe, Partnerschaft, Konflikte und Erotik. Ihr Mann Rosario Bonaccorso, Kontrabass und Gesang, nahm mit Herbert Walser Breuss, an Trompete und Flügelhorn, die Worte musikalisch auf. Die Interaktion des Ehepaars mit kleinen Signalen illus­trierte das Thema des Abends. Die Zuhörer konnten sich in den Vortrag hineingeben und den tiefgründigen Worten und herzhaften Klängen nachsinnen.

Der nächste Auftritt nahm das Thema des Perspektivwechsels auf. Lokalmatador Richi Küttel, ein Urgestein des Schweizer Poetry-Slams, Texter und Spoken Word Poet, ergriff das Mikrofon und setzte einen Kontrapunkt. Er liess das Publikum Anteil nehmen am Schicksal eines Junggesellen, der in seinem Elternhaus wohnt und mit allen Mitteln versuchte, seiner Nachbarin und Jugendliebe Fränzi nahe zu kommen. Dabei wäre dem selbst ernannten Frauenversteher ein Gespräch über Beziehungsfragen in der Beratungsstelle zu empfehlen, manövrierte er sich doch durch tragische Ereignisse ins Abseits. Die grotesken Schilderungen der vergeblichen Annäherung beschloss den komischen Teil des künstlerischen Programms. Bei einem Apéro und Gesprächen klang die Geburtstagsfeier aus. (pd)