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Balgach

Bild:  Roman Ernst, IPhO 2016
Fand über das Interesse an Mathematik zur Physik: Markus Köhler.
Bild: Roman Ernst, IPhO 2016 Fand über das Interesse an Mathematik zur Physik: Markus Köhler. (Bild: Roman Ernst, IPhO 2016)

«Nicht mit Bronze gerechnet»

Susi Miara Kommentare

An der Internationalen Physik-Olympiade, die letzten Sonntag in Zürich zu Ende ging, hat Markus Köhler aus Balgach eine Bronzemedaille gewonnen. Nach bestandener Matura will er in Konstanz Informatik studieren

Was waren Ihre Lieblingsfächer in der Kantonsschule?
Markus Köhler: Mathematik, vor allem Algebra, Physik und Informatik.

Warum fasziniert Physik Sie so sehr?
Köhler: Mir gefällt, dass die Physik mathematisch aufgebaut ist. Ich begann mich für Mathematik zu interessieren, als ich vier Jahre alt war.

Wann wurde Ihr Interesse für Physik geweckt?
Köhler: Als es in der Schule mathematischer wurde. Das war etwa im achten Schuljahr. Heute interessiere ich mich am meisten für die Mechanik, auch relativistisch.

Wie kommt man dazu, an einer Olympiade teilzunehmen?
Köhler: Ich hatte bereits in Deutschland mehrmals an der Mathematik-Olympiade teilgenommen und 2015 erstmals in der Schweiz. Erst dieses Jahr habe ich erfahren, dass man auch an der Physik-Olympiade teilnehmen kann, sonst wäre ich vermutlich bereits letztes Jahr dabei gewesen.

Wie haben Sie sich darauf vorbereitet?
Köhler: Eigentlich nicht gross. Ich habe mir nur unser Formelbuch nochmals durchgeschaut und kurz  vor der Olympiade auch die Inhalte aus dem Theorie-Training. Ausserdem hatte ich etwa einen Monat zuvor für die Matura den Stoff repetiert.

Wie lief der Wettbewerb ab, was wurde getestet?
Köhler: Es gab zwei nationale Runden. In der ersten mit etwa  siebzig Teilnehmern gab es im Teil I insgesamt 22 Multiple-Choice-Fragen aus allen Themengebieten und im zweiten Block drei längere Theoriefragen zur klassischen Dynamik, Thermodynamik und zu temperaturabhängigen Widerständen. In der zweiten Runde der Swiss Physik-Olympiade mit den besten 25 Teilnehmern aus der ersten Runde gab es einen experimentellen (Themen: Hydrodynamik, physikalisches Pendel) und einen theoretischen Teil (Themen: Atomphysik, Wellenoptik, Elektrodynamik, Gravitation). An der Internationalen Physik-Olympiade waren die experimentellen Themen Stromlehre und Phasenübergänge und im theoretischen Teil Mechanik (auch mit Gravitation), nichtlineare Widerstände und das CERN (Europäische Organisation für Kernforschung).

Fanden Sie die Aufgaben schwierig?
Köhler: Ja, ich hätte auch nicht gedacht, dass ich eine Bronzemedaille erreichen würde. Ich wäre selbst mit einer Honorable Mention zufrieden gewesen.

Wie war das Verhältnis zwischen den Teilnehmern?
Köhler: Wir, die Teilnehmer aus der Schweiz, haben viel gejasst  und hatten auch mit einigen Teilnehmern aus anderen Nationen Kontakt.

Konnten Sie Freundschaften schliessen?
Köhler: Nein, das nicht. Ich habe mich vor allem mit Deutschen und Österreichern ausgetauscht, dabei blieb es.

Wie sehen Ihre beruflichen Pläne aus?
Köhler: Ich fang im Oktober an, in Konstanz Informatik zu studieren. Später möchte ich einen Beruf in diesem Bereich ausüben.

Haben Sie bereits jetzt ein Projekt vor Augen, das Sie verwirklichen wollen?
Köhler: Ich möchte irgendwann eine Android-App programmieren. Bisher habe ich aber noch nicht den richtigen Zeitpunkt dazu gefunden, da dieses Projekt sicher sehr arbeitsintensiv sein wird.

Die nächste Internationale Physik-Olympiade findet in Indonesien statt. Werden Sie wieder dabei sein?
Köhler: Ich wäre es gern. Die Internationale Physik-Olympiade ist aber ein internationaler Wettbewerb für Mittelschülerinnen und Mittelschüler. Da ich mit meinem Studium beginne, bin ich nicht mehr teilnahmeberechtigt.