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Heiden

Neustart für Gesundheitsregion

Yann Lengacher Kommentare

Das Projekt Alsam der Gesundheitsregion Appenzellerland soll Menschen helfen, die digitale Arbeitswelt und Gesundheit in Einklang zu bringen. Damit will das Biedermeierdorf wieder zum Kurort werden.

Yann Lengacher

Bei der Vorstellung des Jahresprogramms des Projekts Alsam ist auch der Heidler Gemeindepräsident Gallus Pfister dabei. «Mit Hilfe von ‹Alsam› wollen wir wieder an die Glanzzeiten vergangener Tage anknüpfen», sagte er gestern. Was Pfister damit meint, erklärt danach die Projekt- und Programmleiterin von «Alsam», Aline Feichtinger. Schon vor 300 Jahren habe der Arzt Laurenz Zellweger Gäste ins Appenzellerland eingeladen, um zu kuren. Der Gesundheitstourismus habe auch zum Ausbau des Verkehrsnetzes beigetragen. So sei die heute in Frage stehende Heiden-Rorschach-Bahn im 19. Jahrhundert noch bis nach Berlin gefahren, wie Pfister sagt.

Ziel des Programms ist es, Heiden wieder als Kurstandort zu positionieren. «Wir verstehen uns als Veranstaltungsforum im Bereich Gesundheit», sagte Feichtinger. Der Aufbau von «Alsam» erfolgt unter anderem mit Hilfe des Kantons Ausserrhoden, mit dem er eine Leistungsvereinbarung einging. Das Programm rief der 2016 gegründete Trägerverein Gesundheitsregion Appenzellerland ins Leben, den Gallus Pfister präsidiert.

Weiterbildung als eine Art, zu kuren

Mit den Veranstaltungen in seinem Jahresprogramm möchte «Alsam» unterschiedliche Unternehmungen und Schulen ansprechen. Über Verbände sollen Kontakte zu möglichen Teilnehmern geknüpft werden. Die wichtigsten Veranstaltungen im Jahresprogramm stellen die mehr­tägigen «Festiv»-Anlässe dar. Besucher, egal ob Lernende oder Führungspersonen, sollen sich hier über Naturverbundenheit und Gesundheit im digitalen Zeitalter weiterbilden. Auch sollen sie lernen, wie sie ihren Alltag besser gestalten können. «Wir wollen, dass unsere Veranstaltungen dem Besucher nicht nur auf der theoretischen, sondern auch auf der praktischen Ebene helfen, wieder naturverbundener zu werden», sagt Feichtinger.

Verschiedene Fachpersonen würden deswegen nicht nur zu unterschiedlichen Themen referieren, sondern beispielsweise auch mit den Teilnehmern Coaching-Methoden zur Anwendung bringen. Vier «Festiv»-Anlässe sollen im Verlauf des Jahres stattfinden. Ergänzt wird das Programm durch Aktiv- und Cinema-Veranstaltungen.

In ersteren sollen Besucher Entspannungs- und Konzentrationsmethoden erlernen, die ihnen im Arbeitsalltag helfen sollen. An den Cinema-Veranstaltungen werden Dokumentarfilme zu verschiedenen Themen gezeigt. «Filme sind ein ideales Medium für Zuschauer, sich gegenüber kritischen Themen zu öffnen», sagt Feichtinger hierzu.

Ein Programm für eine grössere Zielgruppe

Das Projekt wolle sich auch als weltoffene Organisation für Jung und Alt verstanden wissen. «Alsam» ist nach 2016 ein Neuanfang der Gesundheitsregion Appenzellerland. Der Verein stellte damals explizit die Frauengesundheit ins Zentrum. Nachdem diese Idee gescheitert war, beschloss die Organisation eine Neuausrichtung. Diese soll nun mit «Alsam» gelingen.

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