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Paul neben einer PC-7
Paul neben einer PC-7

Neue Kampfjets? Er könnte einer der Piloten sein

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Paul ist BWL-Student im ersten Semester. Das ist jedoch nicht die einzige Ausbildung, die er absolviert. Nebenbei macht er die Ausbildung zum Militärpiloten. Falls es bei der Abstimmung um die Anschaffung neuer Kampfjets zu einem «Ja» kommt, könnte er einer der ersten Piloten sein, die die neuen Modelle steuern.

Name: Paul Alter: 21 Wohnort: Widnau Beruf: BWL-Student an der HSG

Weshalb machst du die Ausbildung zum Militärpiloten?
Für mich ist Fliegen ein Kindheitstraum. Bereits als ich klein war, begeisterte mich der Film «Top Gun» und ich textete meine Familie mit diesem Thema zu.

Wie läuft die Ausbildung genau ab?
Als erstes musste ich mich bei SPHAIR, der Ausbildungsplattform der Schweizer Luftwaffe, für die Selektierungsphase anmelden. Dort durchläuft man mehrere Computertests, bei denen unter anderem die Konzentration und die kognitiven Fähigkeiten jedes Teilnehmers geprüft werden. Darauf folgte der Flugkurs der SPHAIR, nach dessen Absolvierung ich die Empfehlung zum Militärpiloten erhielt. Mit dieser Empfehlung habe ich mich nun bei der Schweizer Luftwaffe beworben. Bald folgen weitere psychische Tests und physische Untersuchen, sowie Simulationsflüge mit der PC-7, einem propellerturbinengetriebenen Flugzeug beim Fliegerärztlichen Institut in Dübendorf. Der nächste Schritt führt mich zurück ins Militär, wo ich dann innerhalb eines Jahres zum Offizier ausgebildet werde.

Danach darf ich sechs Wochen lang in Lugano mit der PC-7 fliegen – mit dem echten Pilotenhelm und allem Drum und Dran. Zuletzt folgt die richtige Ausbildung, wo ich vorerst nochmals ein halbes Jahr Propellerflugzeuge fliege und anschliessend das 13-monatige Aviation Training der Lufthansa zum zivilen Piloten absolviere. Zuletzt habe ich noch Flugstunden mit der PC-7, PC-21 und dann endlich mit den Kampfjets.

Bist du vor der Ausbildung schon selbst geflogen?
Nein, davor bin ich einfach mitgeflogen. Mittlerweile habe ich etwa 10 Flugstunden gesammelt.

Was gefällt dir am Fliegen besonders?
Ich bin jedes Mal wieder von der Aussicht überwältigt. Das Ganze ist eine spezielle Erfahrung, die nur schwer zu beschreiben ist.

BWL-Studium oder Ausbildung zum Kampfjetpiloten: Wo liegen deine Prioritäten?
Das Studium ist für mich kein Plan B, da ich mich bereits in der Kantonsschule dafür interessiert habe. Trotzdem dient es mir unter anderem als Absicherung. Die Selektierungen der Schweizer Luftwaffe finden in relativ grossen Abständen statt. Ich kann nicht einfach zuhause rumsitzen und auf den nächsten Schritt warten, weshalb ich bereits jetzt das Studium in St. Gallen begonnen habe. Die Ausbildung zum Piloten hat aber höhere Priorität. Ich kann mein Studium nach der Ausbildung innerhalb von 4 Jahren abschliessen und werde dabei vom Militär finanziert.

Wann schliesst du deine Ausbildung ab?
Wenn alles nach Plan läuft, bin ich im Sommer 2021 mit den Selektierungen fertig. Danach trete ich die dreijährige Ausbildung an, was bedeutet, dass ich 2024 brevetiere. Somit würde ich sogar noch ganze sechs Jahre mit den jetzigen Modellen arbeiten. Ab 2030 dann mit den Neuen.

Falls das Volk dem Kauf der neuen Flugzeuge zustimmt, stehen vier Modelle zur Auswahl. Welches wäre dein Favorit?
Zur Auswahl stehen zwei US-amerikanische Flieger, ein europäischer Jet, sowie ein französisches Modell. Mein Favorit ist der französische Dassault Rafale, weil dieser Jet am besten zur Schweiz passt. Die amerikanischen Modelle sind eher für Landungen auf Flugträgern ausgerichtet und besitzen eine Tarnkappentechnologie, die die Schweiz nicht bräuchte, da die Kampfjets eher zur Verteidigung und nicht zum Angriff genutzt werden. Zudem ist der Dassault Rafale ein sehr wendiges und schnelles Flugzeug, das sich in der mittleren Preisklasse befindet

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