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Heerbrugg

Die Kantonsschülerin Anina Ryser hat ihre Maturaarbeit zum Thema «Integration von Menschen mit einer Behinderung im Sport» verfasst.
Die Kantonsschülerin Anina Ryser hat ihre Maturaarbeit zum Thema «Integration von Menschen mit einer Behinderung im Sport» verfasst. (Bild: Maya Seiler)

Neue Erkenntnisse dank Recherchen

Maya Seiler Kommentare

Aus etwa 100 Abschlussarbeiten des diesjährigen Maturajahrgangs hat die Redaktion drei ausgewählt und berichtet im Folgenden über ein soziales, ein historisches und ein naturwissenschaftliches Thema.

Maya Seiler

Eine der grossen Herausforderungen im letzten Schuljahr an der Kanti Heerbrugg ist die Maturaarbeit: Jedes Jahr werden etwa 100 Abhandlungen zu einem frei wählbaren Thema geschrieben. Sie umfassen Recherchen in Bibliotheken und im Internet und werden ergänzt durch eigene Forschungsprojekte und Interviews. So vielfältig wie die Maturanden sind auch die von ihnen gewählten Aufgaben. Aktuell präsentieren die Verfasser ihre Thesen entweder vor der Klasse oder an einer öffentlichen Veranstaltung. Stellvertretend für alle Projekte werden heute und in der kommenden Woche drei Arbeiten mit Bezug zum Mittelrheintal vorgestellt. Den Anfang macht die Recherche von Anina Ryser über die Integration von Menschen mit Behinderung im Sport. Die Schülerin der Klasse 4MSa und aktive Unihockey-Spielerin wählte als praktisches Beispiel ihren Club Rheintal Gators, der seit mehreren Jahren ein Insieme-Unihockey-Projekt betreibt. Unter der Anleitung von Trainer Sven Köppel werden zehn Jugendliche und junge Erwachsene in die Kunst des Unihockeyspiels eingeführt.

Ablauf einer Trainings-Einheit

Es ist herzerwärmend, wie Anina Ryser das Training der Insieme Gators beschreibt: «Voller Freude und Energie betreten sie um 13.30 Uhr die Turnhalle. Ein Griff zum Schläger und zu den Bällen – und schon geht es los. Viele können es jeweils kaum erwarten, bis sie Unihockey spielen können. Nach kurzer Begrüssung beginnt das langersehnte Training. Mit unterschiedlichen Bewegungsspielen, die allen Spass machen, wärmt man sich auf. Danach nimmt man den Unihockeystock zur Hand und beginnt sein Ball-Stock-Gefühl zu verbessern. (. . .)Am Schluss werden noch einmal alle Kräfte gesammelt und in zwei Teams gegeneinander gespielt.»

Thesen aufgestellt und verifiziert

Zu Beginn ihrer Studie stellte die Gymnasiastin Thesen auf, die sie anhand von Fachliteratur, Interviews und persönlichen Beobachtungen belegen wollte. Hauptsächlich ging es Ryser um die Frage, ob das Training einen längerfristigen Nutzen für die Teilnehmenden biete oder nur eine Beschäftigung sei. Ihre Haupterkenntnis ist, dass die jungen Menschen das Training sehr gerne besuchen und sich immer darauf freuen, dass aber eine Trainingseinheit pro Monat für einen nachhaltigen Nutzen nicht genügt.

Im Gegenzug wollte die Autorin wissen, wie der Nutzen und die Erfahrungen seien, wenn man sich mit Menschen beschäftigt, die an einer Behinderung leiden. Für sie persönlich war der Effekt deutlich spürbar, sie berichtet von vielen positiven Erfahrungen mit der Spontaneität und Fröhlichkeit der Behinderten und ist beeindruckt von ihrer Fähigkeit, im Jetzt zu leben.

Ihre Schlussfolgerung ist absolut beherzigenswert: «In der Zukunft wird es immer wichtiger, dass jeder Mensch seinen Platz in der Gesellschaft hat und inte­griert wird. Obwohl es ein sehr langer und schwieriger Weg ist, sollte das Bestmögliche versucht werden, damit Menschen mit einer Behinderung in unserer Gesellschaft ihren Platz finden.»