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Altstätten

  • Für lange Strecken nichts dem Zufall überlassen: Ihr Tandem haben sich Margrit und Heinz Lippuner nach Mass bauen lassen.
    Für lange Strecken nichts dem Zufall überlassen: Ihr Tandem haben sich Margrit und Heinz Lippuner nach Mass bauen lassen. (Kurt Latzer)
  • Für lange Strecken nichts dem Zufall überlassen: Ihr Tandem haben sich Margrit und Heinz Lippuner nach Mass bauen lassen.
    Für lange Strecken nichts dem Zufall überlassen: Ihr Tandem haben sich Margrit und Heinz Lippuner nach Mass bauen lassen. (Kurt Latzer)
  • Für lange Strecken nichts dem Zufall überlassen: Ihr Tandem haben sich Margrit und Heinz Lippuner nach Mass bauen lassen.
  • Für lange Strecken nichts dem Zufall überlassen: Ihr Tandem haben sich Margrit und Heinz Lippuner nach Mass bauen lassen.

Mit Tandem in die «Bergenpost»

Kurt Latzer Kommentare

Margrit und Heinz Lippuner besitzen drei Tandems. Ihre Velotouren zusammengezählt, hat das Rebsteiner Ehepaar seit 1990 eineinhalbmal die Erde umrundet. Eine norwegische Zeitung hat Lippuners einen Artikel gewidmet.

ALTSTÄTTEN. Es ist kalt, nass und die Hügel ob Altstätten sind angezuckert. Bekleidet mit roten Regenjacken fahren Margrit und Heinz Lippuner bei Gilis Veloladen vor. Mit einem Liege-Tandem. Das Wetter hat sie nicht davon abgehalten, ihr eigenes Tandem vom Service abzuholen. «Bald gehen wir damit wieder auf Reisen», sagt Heinz Lippuner, «dieses Mal ist Frankreich unser Ziel.»

Eineinhalbmal um den Äquator

Im Gespräch wird rasch deutlich, dass es sich beim Rebsteiner Paar um alte «Tandem-Hasen» handelt. Denn sie haben seit 1990 schon die unglaublichsten Touren mit dem Zweisitzer absolviert. «Über 60 000 Kilometer haben wir schon mit unseren Tandems zurückgelegt», sagt Heinz Lippuner. So ganz nebenbei, als ob das nichts Besonderes wäre. Allein das Tandem, das sie gerade bei Gilis Veloladen abholen, habe rund 45 000 Kilometer auf dem Buckel (Erdumfang am Äquator: 40 070 Kilometer). Alles zusammengerechnet hat das Rebsteiner Ehepaar bereits eineinhalbmal die Erde umrundet. Und das Ganze ohne die Kilometer, die sie mit dem Velo, in Wohnmobil, Bus oder Bahn gereist sind.

Im Intercity verboten

Auf die Eisenbahn angesprochen, wird die Laune von Heinz Lippuner etwas schlechter. Er und seine Frau ärgern sich über eine neue Regelung. «Seit diesem Jahr sind Tandems in Intercity-Zügen nicht mehr erlaubt. Da bleiben nur noch die Bummler», sagt der Rebsteiner. Nicht gerecht sei der Preis für ihr Tandem, wenn sie mit der SBB unterwegs sind: «Wir müssen jedes Mal für zwei Velos bezahlen», sagt Margrit Lippuner. Auf ihrer Reise nach Frankreich wollen sie ganz auf andere Fahrzeuge verzichten.

Das Nötigste führen sie in Satteltaschen und im Anhänger mit: Für den Notfall sogar ein kleines Zelt, Reifen, Schläuche, Flickzeug. «Kochen tun wir nicht. Meist übernachten wir in Hotels und verpflegen uns in Restaurants», sagt Heinz Lippuner. Weil sie mittlerweile pensioniert seien, hätten sie sich bei ihrer Reise auch keine festen Ziele gesteckt. Ihre Radtouren haben Rebsteiner Paar schon in viele Länder gebracht. Margrit und Heinz Lippuner haben bereits das ganze Ex-Jugoslawien durchquert, in Rumänien die Karpaten bezwungen, Polen, Tschechien und die Slowakei, sowie die Baltischen Länder bereist.

In der «Bergenpost» erschienen

«Wir sind der Rhone entlang gefahren, waren an der Nordsee und in Norwegen», sagt der Tandem-Liebhaber. Zweimal seien von ihnen schon Artikel in Zeitungen erschienen: In der «Bergenpost» in Norwegen und in einem Lokalblatt in Deutschland, an dessen Namen sich Heinz Lippuner nicht mehr erinnert. Probleme hätten sie auf Reisen noch nie gehabt.

Margrit Lippuner: «Wir wurden überall gut aufgenommen, die Leute waren sehr freundlich.» Ihr Mann fällt ihr ins Wort und meint: «Oft haben wir unser Tandem nicht abgeschlossen und haben uns davon entfernt. Geklaut wurde das Rad nie.» Nur einmal habe sie ein Polizist ermahnt, man könne das Tandem nicht einfach so abstellen. Das sei viel zu gefährlich. Auch zu Hause sind Lippuners mit ihrem roten Tandem anzutreffen, nicht nur wenn sie ihren «Liebling» vom Veloflicker abholen.