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Andre schiesst im Liegen, damit er mit seiner fünf Kilogramm schweren Waffe auf 300 Meter Distanz genau zielen kann.
Andre schiesst im Liegen, damit er mit seiner fünf Kilogramm schweren Waffe auf 300 Meter Distanz genau zielen kann.

Mit einem Gewehr hat man grosse Verantwortung

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Wie fühlt es sich an, ein Gewehr in der Hand zu haben? Ist dein Hobby gefährlich? Andre ist im Jungschützenverein Au-Widnau und beantwortet im Interview Fragen zu seinem nicht alltäglichen Hobby.

Name: Andre Alter: 15 Wohnort: Au Beruf: Schüler

Wie bist du darauf gekommen, Mitglied des Jungschützenvereins zu werden?
Als meine ältere Schwester zwölf Jahre alt war, hat sie einen Brief mit einer Einladung vom Verein bekommen. Sie hatte wenig Interesse dafür, aber ich wollte mir das unbedingt ansehen. Zu diesem Zeitpunkt war ich noch zu jung und musste einige Zeit warten, um mich anzumelden.

Wie lange bist du schon bei den Jungschützen dabei?
Seit drei Jahren. Mit zwölf Jahren bin ich in den Verein eingetreten – das ist das Mindestalter. Ich kann mich noch gut an den Anfang erinnern. Zuerst bekamen wir eine Einführung und die ganze Ausrüstung. Erst beim zweiten Mal durften wir beim Schiessstand aktiv sein. Aufgrund der Sicherheit beim Schiessen ist es wichtig, dass jeder zuerst über alle Regeln Bescheid weiss.

Wie alt warst du, als du das erste Mal ein Gewehr in der Hand hattest?
Das war schon bevor ich dem Jungschützenverein beigetreten bin, da mein Onkel bei der Polizei arbeitet. Bei ihm durfte ich das erste Mal ein gesichertes Gewehr ohne Munition in der Hand halten. Da war ich etwa sieben Jahre alt. Als ich etwas älter war, durfte ich unter seiner Aufsicht eine Luftwaffe testen.

Hast du eine eigene Waffe?
Jeder bekommt eine eigene Waffe und das benötigte Zubehör, den Gehörschutz und die Munition. Das wird mit dem Namen beschriftet und für diese Ausrüstung ist man verantwortlich. Dazu hat jede Person des Vereins einen Tresor, zu dem kein anderer Zugang hat. Nach dem Gebrauch der Gewehre werden sie gesichert dort versorgt. Ab 16 darf ich die Waffe auch mit nach Hause nehmen, jedoch nur ohne Verschluss. Das bedeutet, sie ist nicht funktionsfähig. Weil die Waffe nicht mir persönlich gehört, sondern dem Militär, muss ich nicht zwingend einen Waffenschein besitzen. Aber wenn ich älter bin, werde ich den Waffenschein machen. Dann kann ich meine eigene Waffe zum Schiessstand mitnehmen und damit schiessen.

Wie fühlt sich es an, eine Waffe in der Hand zu halten?
Für mich ist die Waffe ein Sportgerät und kein Gerät, um Schaden anzurichten. Wenn ich auf dem Boden liege, voll konzentriert bin und ich mein Ziel vor Augen habe, fühle ich mich gut. Das Öl im Lauf verdampft beim Abschuss. Diesen Geschmack zu riechen, ist ein wundervolles Gefühl.

Bei welchen Wettkämpfen machst du mit?
Ich mache gerne beim Freundschaftsschiessen mit. Da schiesst man gegen eine Person aus einem anderen Verein, und wer die höhere Punktezahl erreicht, kommt weiter. Was ich auch gerne mache, ist das Wettkampfschiessen. Hier geht es allgemein darum, wer am meisten Punkte erreicht. Am Ende des Wettkampfs gibt es eine Podest-Verleihung. Bis jetzt war ich noch nie auf dem Podest, aber einmal habe ich es nur knapp verpasst.

Ist dein Hobby gefährlicher als andere Hobbies?
Bei diesem Hobby gibt es strenge Regeln, an die man sich halten muss. Die Waffe muss immer gesichert sein, wenn man nicht am Schiessen ist und das Magazin sollte draussen sein. Beim Versorgen muss der Verschluss raus, damit sie nicht mehr funktionsfähig ist. Wir schiessen auf das Feld, da wird niemand verletzt. Man hört auch selten, dass im Club jemand angeschossen wird oder ein Unfall geschieht. Deswegen würde ich behaupten, dass bei manchem anderen Hobby eine grössere Gefahr besteht, sich zu verletzen.

 

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