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Ewa und Michelle vor dem Bären an der Neugasse 21.
Ewa und Michelle vor dem Bären an der Neugasse 21. (Bild: pd)

Mit 23 übernehmen sie den «Bären»

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Die Dorfbeiz in Widnau bekommt neue Pächterinnen. Ewa Schläpfer und Michelle Stalder haben viel vor.

Sie sind jung und motiviert und begrüssen ab Juni die Gäste im «Bären». Ewa Schläpfer und Michelle Stalder aus Widnau stecken momentan all ihre Zeit in die Eröffnungsvorbereitungen. Der Kultname bleibt, das Konzept soll sich ändern.

War das Wirten schon immer euer Berufswunsch?
Ewa und Michelle: Wir träumten schon länger davon, ein Café zu eröffnen. Im März hat uns Michelles Vater – allerdings mehr aus Spass – darauf aufmerksam gemacht, der Besitzer des «Bärens» suche neue Pächter oder Pächterinnen. Auf einem Spaziergang entschlossen wir uns, das Lokal anzuschauen. Bald darauf planten wir das Konzept und im April unterschrieben wir den Vertrag.

Kennt ihr die Beiz?
Nur von aussen. Richtig wahrgenommen haben wir den «Bären» nicht. Er wurde vor allem von Stammgästen besucht.

Soll sich das nun ändern?
Ja, wir haben vor, alle Leute anzusprechen. Wir bieten neue Drinks und Cocktails, regionalen Kaffee und eine Snack-Karte an. Zum neuen Konzept gehören auch Events wie Live-Musik im Garten oder Partys mit DJs im Partykeller.

Ab Juni seid ihr Vollzeit-Wirtinnen. Habt ihr Erfahrung in dieser Branche?
Michelle: Ich habe zwei Jahre Gastroerfahrung, arbeitete bereits als Köchin und absolvierte die Ausbildung zur Konditorin.
Ewa: Ich packe die Arbeit gemäss dem Motto «learning by doing» an. Es wird sicher eine Herausforderung, doch wir haben Unterstützung von allen Seiten. Viele, teils fremde Menschen, haben uns bereits angesprochen, Tipps gegeben oder gar eine Zusammenarbeit vorgeschlagen.

Wie steht eure Familie zu eurem Vorhaben?
Sie finden es mutig, stehen aber voll hinter uns.

Es ist tatsächlich mutig…
…ja, wir haben keine vorgesetzte Person mehr und müssen alles selbst machen. Von der Buchhaltung bis zum Einkauf, vom Servieren und Kochen bis hin zum Putzen. Dann haben wir auch noch ein Privatleben, das aufgrund der Arbeitssituation leiden wird. Das ist uns bewusst. Wir sind aber jung und wollen es jetzt versuchen. Wir haben nicht viel zu verlieren.

Unterstützung scheint vorhanden zu sein. Auf Instagram sind dem Bären in kurzer Zeit über 480 Personen gefolgt.
Wir sind selbst überrascht. Bisher haben wir nur positives Feedback erhalten. Viele freuen sich darauf, dass etwas Neues entsteht. Der Bären hat so viel Potential. 

Wie wollt ihr dieses Potential nutzen?
Bisher haben wir entsorgt, geputzt, die Wände gestrichen, Polster erneuert, den Garten auf Vordermann gebracht und neue Deko gekauft. Bald können wir einrichten und das Lokal heimelig gestalten.

Worauf freut ihr euch am meisten?
Auf die Eröffnung und darauf, dass alles bereit sein wird und wir starten können. Wir freuen uns aber auch, selber Entscheidungen zu treffen. Vom Kaffee bis zum Licht – wir können uns ausleben. Zudem freuen wir uns, dieses Projekt gemeinsam anzugehen.

Wie stellt ihr euch die Zukunft des Bären vor?
Wir hoffen auf viel Betrieb im Café-Restaurant, dass die Leute gern kommen und sich wohl fühlen. Es wäre schön, irgendwann jemanden einstellen zu können. Und wir hoffen, in unserem Job eine neue Leidenschaft zu finden.  

Könnt ihr euch vorstellen, längere Zeit als Wirtinnen zu arbeiten?
Der Vertrag hat eine Laufzeit von zwei Jahren, danach können wir entscheiden, ob wir weitermachen wollen. Darüber denken wir aber noch nicht nach. 

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