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  • Vertreter der Swissgrid, von Bauunternehmen und der Rüthner Gemeindepräsident legten beim Spatenstich Hand an.
    Vertreter der Swissgrid, von Bauunternehmen und der Rüthner Gemeindepräsident legten beim Spatenstich Hand an. (Kurt Latzer)
  • Thomas Ammann (rechts) im Gespräch mit Yves Zumwald.
    Thomas Ammann (rechts) im Gespräch mit Yves Zumwald.
  • Vertreter der Swissgrid, von Bauunternehmen und der Rüthner Gemeindepräsident legten beim Spatenstich Hand an.
  • Thomas Ammann (rechts) im Gespräch mit Yves Zumwald.

Meilenstein für die Ostschweiz

Kurt Latzer Kommentare

Dort, wo einst das Rüthner Atomkraftwerk geplant war, fand gestern der Spatenstich für das neue 220-Kilovolt-Unterwerk von Swissgrid statt. Fast auf den Tag genau vor einem Jahr ging gleichenorts der Spatenstich für das Unterwerk der SBB über die Bühne.

RÜTHI. Den Entscheid, in Rüthi ein neues Unterwerk zu bauen, hat die Axpo gefällt. Swissgrid, die nationale Netzgesellschaft, hat das Projekt im Zuge der Netzüberführung Anfang 2013 übernommen und zum Spatenstich geführt. «Heute ist für Swissgrid ein grosser Tag. Denn heute können wir in einem der wichtigsten Netzbauprojekte in der Ostschweiz einen bedeutenden Meilenstein feiern», sagte Yves Zumbach, Mitglied der Geschäftsleitung bei Swissgrid, beim Spatenstich.

Erhöhung auf 380 Kilovolt

Mit dem Bau des neuen 220-Kilovolt-Unterwerks könne die Netzstruktur in der Ostschweiz versorgungstechnisch bedeutend verbessert werden. Dass sich heute zwei wichtige Verbindungen des Strom-Übertragungsnetzes auf einem Mast kreuzen, sei alles andere als optimal. Zumbach sagte, dass mit dem Unterwerk neue Voraussetzungen geschaffen werden: Zum einen durch einen verbesserten Anschluss an das österreichische Netz, zum anderen für eine Erhöhung der Betriebsspannung von 220 auf 380 Kilovolt vom luzernischen Mettlen, über Winkeln bis ins bündnerische Bonaduz. Diese Erhöhung sei längerfristig vorgesehen.

Leitung über Industrie fällt

Damit das neue Werk der Swissgrid in Rüthi an das Übertragungsnetz angeschlossen werden kann, sind Leitungsanpassungen nötig. Teile dieser Leitungen sind bereits in Arbeit. «Die Ost- und West-Anschlüsse sind schon genehmigt und im Bau. Für den Anschluss Süd erwarten wir bald die Plangenehmigung», meinte Yves Zumwald. Mit Inbetriebnahme des Anschlusses Süd könne die bestehende 220-Kilovolt-Freileitung über das Rüthner Industriegebiet rückgebaut werden. Das Swissgrid-Geschäftsleitungsmitglied geht davon aus, dass dies etwa 2016 der Fall sein wird. Noch etwas länger beschäftigen werde Swissgrid der Anschluss Nord. Für diesen Teil des Projekts werde aktuell die geforderte Kabelstudie erarbeitet.

Platz für die Industrie

Verläuft alles wie geplant, soll das neue Unterwerk mit einem Fest, zu dem die Bevölkerung eingeladen ist, 2016 eröffnet werden. Thomas Ammann, Gemeindepräsident von Rüthi, erinnerte an den einst geplanten Bau eines Atomkraftwerks im Gebiet Stöcken. Dank der Neuausrichtung mit den Unterwerken der Swissgrid und den SBB habe auf dem Boden im Besitz der Nordostschweizerischen Kraftwerke (NOK) das neue Industriequartier entstehen können. Auch er begrüsste den baldigen, von der Bevölkerung gewünschten Rückbau der Hochspannungsleitung.

Neue Netze für die Zukunft

Neben der Verbesserung der nationalen Stromversorgung ist der Ausbau von Netzen und solchen Werken wie in Rüthi auch international von Bedeutung. In ganz Europa werden meist weit weg von den grossen Verbrauchern Windparks und Solaranlagen gebaut. Da sich diese Energieproduktion immer weniger nach dem Verbrauch richtet, steigen das Ungleichgewicht und die Dynamik im Netz. Die erfolgreiche Energiewende setzt genügend Speicherkapazitäten und ein Netz voraus, das den Transport von Energie über grössere Distanzen ermöglicht. Daher werden in ganz Europa mehr Leitungskapazitäten benötigt, um den Strom über weite Strecken zu den Verbrauchern oder zu den Speicherseen zu transportieren. Bis ins Jahr 2020 werden in den Schweizer Alpen rund 6700 Megawatt an neuer Kraftwerksleitung dazugebaut. Die Schweiz als heutige Stromdrehscheibe kann sich nach Meinung von Swissgrid zur Batterie Europas weiterentwickeln. Der Anschluss der neuen Pumpspeicherkraftwerke erfordere aber den Neubau von Leitungsanschlüssen und ein insgesamt stärkeres Netz zum effizienten Abtransport der Energie zu den Verbrauchern.

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