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Blick in den geplanten Mehrzweckraum im künftigen Alterszentrum Zehntfeld, der auch für Gottesdienste zur Verfügung steht.
Blick in den geplanten Mehrzweckraum im künftigen Alterszentrum Zehntfeld, der auch für Gottesdienste zur Verfügung steht. (Bild: pd)

Mehrzweckraum ersetzt Kapelle

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In einer Mitteilung nimmt die Gemeinde Widnau Stellung zu kritischen Voten aus der Kirchbürgerschaft. Die spirituelle Begleitung sei auch im neuen Alters- und Pflegezentrum Zehntfeld in Widnau sichergestellt, heisst es.

Aufgrund einer Bemerkung des Pfarreibeauftragten Georg Changeth während der Messe zum Patrozinium am Sonntag, 31. Juli, haben einige Kirchbürgerinnen und Kirchbürger Fragen gestellt zur spirituellen und konfessionellen Begleitung im neuen Alterszentrum. Sie sorgten sich, es gäbe keine Kapelle und keinen Andachtsraum im neuen Haus.

In einer Mitteilung betont die Gemeinde, das künftige neue Alters- und Pflegezentrum Zehntfeld sei offen für Menschen unterschiedlicher Lebenserfahrungen, unterschiedlichen Glaubens und aller Konfessionen. Das habe der Gemeinderat bereits in der Abstimmungsbroschüre so bekannt gegeben. Dort werde auch der «Raum der Stille» beschrieben, der sowohl den Bewohnenden wie externen Gästen zugänglich ist, die Ruhe und Einkehr suchen.

Aussprache über liturgische Angebote

Gefragt nach den Möglichkei-ten für Gottesdienste, so verfüge das Haus im Weiteren über einen bestens ausgestatteten Mehrzweckraum, wo feierliche Gottesdienste und andere Gemeinschaftserlebnisse abgehalten werden können, heisst es weiter. An einer kürzlichen Aussprache mit dem katholischen Pfarreibeauftragten, dem evangelischen Pfarrer sowie Vertretenden der Katholischen Kirchenverwaltung und der Präsidentin des Pfarreirates wurden die vielfältigen Möglichkeiten im neuen Haus, um auch liturgische Angebote durchzuführen, nochmals ausführlich besprochen.

Auf Wunsch stehen den Religionsgemeinschaften abschliessbare Schränke zur Verfügung, wo sich liturgische Gegenstände aufbewahren lassen. Die Gemeinde hat darauf hingewiesen, dass Innovation willkommen ist. So können auch im sogenannten Gartenzimmer und im Garten selber Gottesdienste abgehalten werden. Die verschiedenen Optionen wurden beim Gespräch von al-len Beteiligten gutgeheissen. «Selbstverständlich sind bei allen liturgischen Handlungen die christlichen Symbole Teil davon; sie werden nicht ausgeschlossen», schreibt die Gemeinde. Das neue «Zehntfeld» sei ein offenes Haus, in dem unterschiedlichste Menschen ein Zuhause finden.

Das entspricht auch den Vorstellungen der Kirchenverwaltung: «Wir stehen für eine weltoffene Kirche ein, die auch anderen Religionen ihren Platz lässt und alle Menschen einbezieht. Wir möchten ein Miteinander und nichts Ausschliessendes. Das Miteinander ist im neuen Alterszentrum Zehntfeld sehr gut möglich», so Jean-Pierre Chéreau, Präsident der Katholischen Kirchenverwaltung Widnau.

Eröffnung ist in einem Jahr vorgesehen

Der Bau des Zentrums Zehntfeld schreitet planmässig voran, teilt die Gemeinde weiter mit. Die Eröffnung und der Umzug ins neue Haus sind für Sommer 2023 geplant. Die Bürgerinnen und Bürger haben im September 2018 den Kredit für den Neubau bewilligt. Die Bürgerschaft musste den Investitionskosten kreditrechtlich zustimmen, obwohl das Alters- und Pflegezentrum ohne Steuergelder eigenwirtschaftlich funktionieren muss. Der Gemeinderat hat sich entschieden, im «Zehntfeld» das schon im «Augiessen» erfolgreich umgesetzte Konzept der integrativen Pflege weiterzuführen. Dies bedeutet, dass auch Menschen mit demenziellen Erkrankungen nicht in speziellen Abteilungen separiert werden. Der Alltag im Haus wird so gestaltet, dass Menschen mit Orientierungsschwierigkeiten in das Alltagsleben integriert werden.

Zum integrativen Pflegekonzept passe auch die klare Positionierung: «Das ‹Zehntfeld› ist ein offenes Haus», so die Gemeindepräsidentin Christa Köppel. Es befinde sich im Zentrum der Gemeinde; verfüge über eine attraktive Gastronomie und einen Park, der allen offen stehe. (red/gk)

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