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(Bild: Depositphotos/wrangler)

Leserbriefe: Lagerabbruch der Jubla

Kommentare

Leitungsteam handelte umsichtig

Über den Artikel "Jubla musste Lager abbrechen" vom 23. Juli bin ich entsetzt! Ich (Mutter eines teilnehmenden Kindes) fühlte mich von Anfang an absolut ausreichend informiert über das Schutzkonzept im Lager, das gehandhabt wurde wie die Massnahmen von Bund/ Kanton. Infos via WhatsApp sind hier wohl die schnellste Möglichkeit, die Eltern zu erreichen. Hierfür bin ich dem ganzen Leitungsteam sehr dankbar.

Personen regen sich darüber auf, dass nicht genügend informiert wurde: Ich frage mich, wo diese die letzten eineinhalb Jahren waren? Um nach dem Lager einen Test durchzuführen, benötige ich keine Anweisung - nach Monaten mit Covid-19 ist dies wohl eine Selbstverständlichkeit! Ausserdem ist diese Information nicht richtig, denn nach Absprache mit dem Kantonsarzt wurde die Anweisung zum Test sehr wohl umgehend mitgeteilt.

Im Bus ohne Masken: Vollkommen richtig! Es handelte sich um eine geschlossene Gruppe - keineswegs um einen öffentlichen Bus - mit negativ getesteten Kindern/ Leitern, so wie man es zum Beispiel auch in Schulen vorfindet.

Ein Restrisiko bleibt immer, dessen waren wir uns als Eltern bewusst. Eltern, die damit hadern, sollten ihre Kinder besser nicht mitschicken. Dass einige Leiterinnen und Leiter zuerst Symptome verspürten, sollte auch klar sein. Kinder haben oft keine, auch wenn sie die Erstinfizierten waren. Da finde ich es anmassend, den Artikel so darzustellen, als seien die Leiter diejenigen, die hier die Verursacher sind. Wo war da letztlich die Unterstützung in dieser Krise für das Leitungsteam? Das Contact Tracing scheint selbst am Anschlag, ebenso das Kantonsarztamt. Diese sind seit Monaten in Dauerüberlastung. Sollte das der Grund sein, die Schuldigen beim Lagerteam zu suchen? Das ist meines Erachtens völlig unangebracht!
Im Gegenteil, ich danke dem Leitungsteam für ihren unglaublichen Einsatz: Dieses hatte den Mut, in diesen Zeiten für die Kinder ein so tolles Lager über Wochen und Monate hinweg zu organisieren. Ehrenamtlich! Welch ein Einsatz!

Das Leitungsteam handelte in meinen Augen sehr umsichtig, verantwortungsbewusst und mit allen zuständigen Institutionen absprechend, transparent. Das Leitungsteam schaffte es, die verschärften Massnahmen im Lager so einzubetten, dass trotz des Ernstes der Lage, die Kinder keine Panik bekamen. Dafür: «Hut ab»! So manch «alter Hase» hätte das nicht so hinbekommen.

Bleibt mir noch die Frage, welche Folgen dieser Artikel für die jungen, sozial engagierten Erwachsenen hat, wenn auf diese Art Kritik geübt wird und dies in der lokalen Presse erscheint? Werden die Leiterinnen und Leiter je wieder Ferienlager durchführen? Werden sie weiter leiten? Ich hoffe es sehr, denn Arbeit und Einsatz dieser jungen Leute ist so viel wert, für Familien, Gemeinde und Gesellschaft. Ich denke oft sind sich diese ihres besonderen Wertes ihres Engagements gar nicht bewusst.

Ob den Kritikerinnen und Kritikern bewusst ist, was dieser Artikel anrichtet - bei dem Leitungsteam und bei anderen Scharleiterinnen, die den Artikel lesen?

Gisela Pache

 

Jubla – so schnell wird man zum Sündenbock

Mit Bestürzen las ich den Artikel zum Lagerabbruch der Jubla Widnau. Bereits ein halbes Jahr im Voraus starteten die akribischen Vorbereitungen der freiwilligen Leiter, um den Kindern und Jugendlichen eine schöne und lehrreiche Lagerwoche zu bieten. All diese Betreuer opfern für dieses Camp jeweils eine Woche ihrer Ferien zuzüglich der Zeit für Vorbereitungstätigkeiten.

Ich wundere mich schon ein wenig über die Sichtweise derjenigen Eltern, die sich bei den Medien beschwert haben, Corona sei schon vor dem Lager nicht wirklich ein Thema gewesen. Zum einen ist dem offensichtlich nicht so, wenn jeder mindestens einen Selbsttest durchführen musste. Auch scheinen die Leiter bei ihrem Verdacht sofort angemessen reagiert und entsprechende Massnahmen eingeleitet zu haben. Zum anderen stellt sich weiter die Frage, wieso diese Eltern bei solchen Bedenken ihr Kind überhaupt ins Lager mitgegeben haben. Im Nachhinein ist es natürlich schon sehr einfach, Kritik zu üben. Ein Coronatest ist eine Momentaufnahme. Dass der Virus erst nach dem Test ausgebrochen ist, war wohl schlichtweg Pech. Natürlich ist es ärgerlich, Ferien aufgrund der Erkrankung absagen zu müssen. Dies ging aber nicht nur den Teilnehmenden so, sondern auch dem Leitungsteam. Ich wünsche an dieser Stelle allen Erkrankten gute Genesung!

Zuletzt möchte ich in Erinnerung rufen, wie viele tolle Erlebnisse aufgrund dieses Vereinsanlasses bereits ermöglicht wurden. Hoffentlich kann die Serie unvergesslicher Lagermomente im nächsten Jahr fortgesetzt werden. Dem Leitungsteam wünsche ich viel Kraft, um die Vorwürfe zu verdauen und um neuen Mut für ihre weitere Vereinstätigkeit zu schöpfen. Ich bin der Meinung, ihr leistet wertvolle Arbeit. Dieses Engagement muss euch erst einmal jemand nachmachen!

Domenika Vogel, Widnau

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