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Knapp 20 Jahre legales Glücksspiel - ein Fazit.
Knapp 20 Jahre legales Glücksspiel - ein Fazit.

Knapp 20 Jahre legales Glücksspiel - ein Fazit

Pd Kommentare

Seit etwa 20 Jahren ist Glücksspiel in der Schweiz erlaubt, womit die Entwicklung vom kompletten Verbot hin zu einem der wenigen Länder der Welt eingeläutet wurde, in dem Glücksspiel mittlerweile in allen Formen legal ist. Dazu gehört auch das Online-Glücksspiel, das seit seiner Legalisierung in den letzten drei Jahren immer beliebter geworden ist.

Im Jahr 2019 hat die Schweizer Regierung nach einem Volksentscheid nämlich ein Gesetz verabschiedet, das Online-Glücksspiele legalisierte. Dies war nicht nur ein grosser Gewinn für Casinobetreiber, sondern auch für die Spieler. Zuvor waren zwar Offline-Casinos bereits legal, allerdings wichen viele Schweizer auf ausländische Online Casinos aus, wenn sie ein wenig vom heimischen Computer spielen wollten. Und deren Geschäftsgebaren war häufig seltsam.

Seit der Legalisierung des Online-Glücksspiels gehören legale Online Casinos zu real existierenden Spielbanken in der Schweiz. Und immer mehr Casinos versuchen sich an einer eigenen Online Version. Sie alle wetteifern um ein Stück vom grossen Kuchen. Und es ist kein Wunder, warum. Schliesslich handelt es sich beim Online Glücksspiel um einen Millionenmarkt.

Ende 2024 laufen nun jedoch alle 21 Lizenzen für den Betrieb von landbasierten und Online-Glücksspielen in der Schweiz aus. Die Konzessionen wurden ursprünglich für einen Zeitraum von 10 Jahren erteilt und dann um weitere 14 Jahre verlängert. Der Bundesrat muss nun also entscheiden, inwieweit und in welcher Form die derzeitige Casinolandschaft in die zukünftige ab 2025 überführt werden soll.

Im September 2021 beauftragte daher der Bundesrat die Eidgenössischen Spielbankenkommission (ESBK), ihm im Jahr 2022 einen Bericht über die Glücksspiellandschaft von ihrem Beginn bis zum Ende 2021 vorzulegen. Der Bericht bewertete die wirtschaftlichen, sozialen und räumlichen Auswirkungen von legalem Glücksspiel in der Schweiz und bot verschiedene Optionen und Empfehlungen für die künftige Vorgehensweise.

Insgesamt positives Fazit

Insgesamt zeichnet der Bericht der ESBK (hier herunterladen) ein positives Bild der Glücksspielgesetzgebung in der Schweiz. Seit die ersten legalen Schweizer Casinos in den Jahren 2002 und 2003 eröffnet wurden, hat der legale Glücksspielmarkt eine wichtige fiskalische Funktion erfüllt. Bis zum 31.12.2021 haben die Casinos insgesamt 7,309 Milliarden CHF beigetragen. Damit werden sowohl die Kantone, in denen sie sich befinden, als auch die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) mitfinanziert.

Der Bericht stellt auch fest, dass die Casinos zu einem "breiten und attraktiven" Casino-Angebot in der Schweiz beigetragen haben. Die Casinos haben auch bei der Schaffung neuer Arbeitsplätze geholfen, obwohl die Zahl der Vollzeitstellen in den letzten Jahren leicht zurückgegangen ist.

Die derzeitige Spielbankenbranche ist laut der Studie im Allgemeinen vorteilhaft. Die Casinos tragen zur Förderung von legalem Glücksspiel in der Schweiz bei und erfüllen nebenbei wichtige Funktionen in der Finanzierung der Sozialkassen. Demgegenüber stehen die negativen Auswirkungen von Spielsucht. Da ein verantwortungsvolles Sozialkonzept gegen Glücksspielsucht allerdings zum Konzessionsverfahren gehört, überwiegen die positiven Aspekte bei weitem. Schliesslich würden Glücksspielsüchtige auch ohne legale Online Casinos einen Weg finden, um im Internet zu spielen. Nur dann eben nicht zwingend in Spielbanken mit funktionierender sozialverträglicher Spielkontrolle.

Aus der Studie geht auch hervor, dass der Schweizer Regulierungsansatz beim Schutz der Spieler und der Gesellschaft vor den Risiken des Glücksspiels wirksam war. Zu den Schutzmaßnahmen gehören Selbstausschluss, Informationskampagnen und finanzielle Selbstbeschränkungen. Diese Maßnahmen haben dazu beigetragen, die Probleme im Zusammenhang mit dem Glücksspiel in der Schweiz gering zu halten.

Alles in allem stellt der Bericht fest, dass die Art und Weise, wie die Lizenzierung in der Schweiz derzeit gehandhabt wird, gut ist.

In der Tat besteht das Problem mit den illegalen Anbietern weiterhin, da einige Online-Casinos mit ausländischen Lizenzen in der Schweiz immer noch zugänglich sind. Und obwohl die ESBK daran gearbeitet hat, diese Anbieter zu sperren, schaffen es immer noch viele durch das Raster zu schlüpfen.

Immer noch Werbung für MGA-Casinos auf dem Markt

"Es gibt sogar Vergleichsportale für Online-Casinos, die illegale Anbieter auflisten", sagt Alexander Baumgartner von Bestecasinosschweiz.ch. "Während sich unser Vergleichsportal nur auf legale Online-Casinos konzentriert und beispielsweise Jackpots.ch Erfahrungen (Grand Casino Baden) oder 777 Casino Erfahrung (Casino Davos) behandelt, führen zahlreiche Casino-Vergleichsportale Anbieter mit einer maltesischen oder Curaçao-Lizenz auf".

Das Spielen in einem solchen illegalen Online-Casino kann jedoch viele Probleme mit sich bringen. "Es ist besorgniserregend zu sehen, dass sich diese Online-Casinos nicht an die Schweizer Gesetze halten. Stellen Sie sich vor, Sie haben als Spieler einen grossen Gewinn erzielt und wollen sich diesen nun auszahlen lassen. Ich gehe jede Wette ein, dass die Betreiber dann plötzlich 'merken', dass es Ihnen als Schweizer ja eigentlich nie erlaubt war, in diesem Casino zu spielen, und man Ihnen deshalb die Gewinne streicht", warnt Baumgartner vor unseriösen Praktiken von Übersee-Casinos.

Aber es gibt auch ein steuerliches Risiko. Denn Gewinne in legalen Online-Casinos sind bis zu einer Million Schweizer Franken steuerfrei. Dies gilt jedoch nicht für Gewinne in illegalen Online-Casinos. Wenn Sie diese also nicht als Steuereinnahmen deklarieren, kann das schwerwiegende Folgen haben.

"Und natürlich weiss niemand, wer hinter diesen Online-Casinos steckt. Im schlimmsten Fall ist es nur ein Briefkasten in einem Bürogebäude auf der Karibikinsel Curacao", sagt Baumgartner, "schwer zu sagen, ob dort alles mit rechten Dingen zugeht. Das heisst: ob die Spielergebnisse zufällig sind und so weiter. In legalen Schweizer Casinos kennt man immer die landbasierte Spielbank, die dahinter steht und erreicht zur Not auch jemanden am Telefon".

Es ist also empfehlenswert, auf Nummer sicher zu gehen und darauf zu achten, nur in legalen Online-Casinos zu spielen.

Glücksspielbericht rät zu mehr Casinos

Der Bericht der ESBK empfiehlt, dass in der Schweiz mehr Casinos entstehen sollten. Der Bericht weist auch darauf hin, dass die derzeitige Zahl von 21 Casinos für ein Land mit 8 Millionen Einwohnern zu niedrig ist. Die Zahl der Casinos sollte nach Meinung der Experten auf 23 erhöht werden, wobei Lausanne und Winterthur die neuesten Standorte sein sollten.

Die Studie zeigt, dass eine Errichtung neuer Casinos positive wirtschaftliche Auswirkungen hätte. Dazu gehören zum Beispiel höhere Steuereinnahmen, mehr Arbeitsplätze und ein positiver Übertragungseffekt auf andere Unternehmen wie Hotels und Restaurants.

Zusammenfassend führt der Bericht auf, dass die Glücksspielgesetzgebung in der Schweiz insgesamt ein positives Modell ist. Die Casinos haben zur Schaffung neuer Arbeitsplätze beigetragen, erfüllen eine wichtige Steuerfunktion und haben zu einem attraktiven Glücksspielangebot in der Schweiz beigetragen, was dabei geholfen hat, Spieler zurück in den legalen Bereich des Online-Glücksspiels zu bringen.

Eine Entscheidung des Bundesrates auf Basis des Glücksspielberichts wird noch im Herbst 2022 erwartet.

 

 

 

 

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