rheintaler.ch

St. Margrethen

Thomas Oesch (l.) und Roger Graf arbeiten für «Pavillon im Park» und «Kultur im Container» eng zusammen.
Thomas Oesch (l.) und Roger Graf arbeiten für «Pavillon im Park» und «Kultur im Container» eng zusammen.

Kerzenatelier und Kulturstätte

Sophia Zimmerer Kommentare

Seit Ende Oktober stehen sie wieder im Pärkli und werden rege genutzt: Die drei Schiffscontainer. In ihnen findet ein regional geprägtes Programm statt, das den Ort über den Winter beleben soll.

Die Container wurden geschickt in den Ecken miteinander verbunden und bilden so gemütliche Räume. Durch ihre grossen Fenster wirken sie offen und einladend. Helles Holz verkleidet die Innenfassade und strahlt eine angenehme Wärme aus. Farbige Kerzen stehen in Regalen und sind an den Wänden aufgehängt. Die Container sind isoliert und können mit einem Holzofen beheizt werden. Wärme gibt es auch draussen durch Feuerschalen. Lichtergirlanden lassen die Container-Burg vor allem abends stimmungsvoll wirken. Vor einigen Jahren schifften die drei grossen Boxen noch rund um die Welt. Offiziell ausrangiert wurden sie 2013 ihrer neuen Bestimmung übergeben. Der dreimonatige Umbau durch die Klausgesellschaft verwandelte die Schiffscontainer in einen gemütlichen und beweglichen Aufenthaltsort. Jeden November, Dezember und Januar stehen sie nun für den Anlass «Pavillon im Park» in St. Margrethen.

«Etwas Kulturelles musste her»

Grund für die aussergewöhnlichen Container war das jährliche Kerzenziehen. Die Klausgesellschaft suchte stimmungsvolle Räume für den Anlass. Dieser sollte enger mit dem Klausmarkt verknüpft werden, der ins Zentrum gezogen war. Roger Graf, Vorstands-Mitglied Klausgesellschaft, und sein Team hatten die Idee, alte Schiffscontainer zu einem heimeligen Treffpunkt umzugestalten. Die Container-Burg wurde fürs Kerzenziehen und spontane Anlässe aufgestellt. In der ersten Pavillonsaison stellte die Klausgesellschaft fest, dass der Aufwand, den man nur für das Kerzenziehen betrieb, zu gross war. «Etwas Kulturelles musste her», erzählt Roger Graf.

Seit 2014 verwandelt sich nun der «Pavillon» jährlich von der einfachen Werkstatt zu einem hübschen Kerzen-Atelier und schliesslich in eine gemütliche Kultur-Stube. Handwerk, Tradition und Kultur vereinigen die Anlässe der Klausgesellschaft und anderer Vereine. Jedes Schlagwort wird in einem Wintermonat umgesetzt. Das Januar-Programm nennt sich «Kultur im Container» und wurde vor zwei Jahren von Thomas Oesch in Angriff genommen. Musiker aus seinem Bekanntenkreis waren hoch motiviert im Rahmen des Projektes aufzutreten. Der kulturelle Anlass und sein Programm wuchsen. Es werde viel Wert darauf gelegt, mindestens einen bekannten Musiker zu buchen, der Anlass solle aber regional bleiben, sagt Thomas Oesch. Dieses Jahr gründete er für die Organisation von «Kultur im Container» mit seinem fünfköpfigen Team den Verein «The Aish Collective». Thomas Oesch liegt viel daran, mit den Containern einen Ort zu schaffen, an dem Kultur gelebt wird. «Unser Ziel ist, als kultureller Anlass wahrgenommen zu werden», sagt er. «Die Veranstaltungen sollen für die Besucher inspirierend sein».

Konzert in der eigenen Stube

Ein Gedanke des Projektes war, unkonventionellen Bands eine Plattform zu geben. Diese schätzen laut Oesch die einzigartige Stimmung und besondere Art des Anlasses. Roger Graf beschreibt «Kultur im Container» als ein Konzert in der eigenen Stube. Dabei spiele die Gage für die Künstler keine grosse Rolle. Dennoch ist den Veranstaltern wichtig, die Musiker für ihre Auftritte immer entschädigen zu können. «Kultur im Container» finanziert sich durch Sponsoren, den Bar- und Gastrobetrieb sowie Kollekten. Der Anlass ist öffentlich, es wird kein Eintritt verlangt. Oberstes Ziel aller Programmreihen sei, das Dorf über den Winter zu beleben, sagt Roger Graf. Er und Thomas Oesch sind sich einig: «Es geht nicht um Wachstum, sondern um die Vernetzung in der Region».