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  • Die Gewinner aus Bern, «Sciluminaty» (vorne kniend), und die Jury (hinten).
    Die Gewinner aus Bern, «Sciluminaty» (vorne kniend), und die Jury (hinten). (Bilder: Valentina Thurnherr)
  • Die Gewinner aus Bern, «Sciluminaty» (vorne kniend), und die Jury (hinten).
    Die Gewinner aus Bern, «Sciluminaty» (vorne kniend), und die Jury (hinten). (Bilder: Valentina Thurnherr)
  • Die Gewinner aus Bern, «Sciluminaty» (vorne kniend), und die Jury (hinten).
  • Die Gewinner aus Bern, «Sciluminaty» (vorne kniend), und die Jury (hinten).

Keine Grenzen und keine Vorurteile

Valentina Thurnherr Kommentare

Am Samstag fand im Kulturraum Jung Rhy das «No Limits Breakdance Battle Vol 2» statt. Aus der ganzen Schweiz, aus Deutschland und Österreich reisten Tanzgruppen an, um ihr Können in einem spektakulären Wettkampf zu messen.

Valentina Thurnherr

Jeder, der einmal das Vergnügen hat, einer solchen Veranstaltung beizuwohnen wird merken: Hip-Hop ist ganz anders, als es einem Vorurteile weismachen wollen.

Im Wettkampf gab es zwei Kategorien: «Vier gegen vier», Kinder und Jugendliche ab sechs Jahren und «drei gegen drei», Jugendliche und Erwachsene ab 15 Jahren. In den ersten Runden traten jeweils zwei Crews gegeneinander an.

Selbst als unerfahrener Zuschauer merkte man schnell, dass es beim Breakdance kein Gegeneinander gibt. Die Gruppen feuerten sich teilweise sogar gegenseitig an und zollten sich grossen Respekt. Auf der Tanzfläche entstand trotz Wettkampf immer ein Miteinander. Am Ende jedes Durchgangs zählte das Publikum von fünf rückwärts, und die Jury zeigte auf den Gewinner.

Nach jeder Bekanntgabe folgten Umarmungen, Handschläge und das Austauschen von Handynummern. Selbst nach der Bekanntgabe der Finalgewinner. Das waren in der Kategorie Kinder und Jugendliche die «Crazy Steps» aus Bregenz, die gegen die «Mini Ghost II» aus St. Gallen angetreten waren. Bei den Jugendlichen und Erwachsenen durfte die Berner Gruppe «Sciluminaty» den Preis von 600 Franken mit nach Hause nehmen. Sie lieferten sich ein grandioses Finale mit den «Exnetic Flavour» aus Ravensburg und den «Zee City» aus Zürich.

Aufeinandertreffen der Kulturen

Als Teil der Hip-Hop-Bewegung entstand Breakdance in den 1970er-Jahren in der Bronx von New York. Eine Musikrichtung, die heute unter Vorurteilen leidet, die nichts mit der eigentlichen Bedeutung des Stils zu tun haben. So wird sie zumeist als sexistisch, oberflächlich und vulgär wahrgenommen.

Kopf der bekannten Breakdance-Gruppe «Prodigyy Crew», Funkymike (Mike Saretzki), formulierte es so: «Der Grundgedanke von Hip-Hop ist ‹Peace, Love and Unity› (Friede, Liebe und Einheit). Jeder ist willkommen, niemand wird aufgrund seiner Hautfarbe oder Herkunft ausgegrenzt. Der Name Hip-Hop ist die heutige Bezeichnung für diese Richtung, aber im Grunde kann man es auch ganz einfach erklären: Wenn zum Beispiel bei einem Familienfest der Onkel das Radio anmacht oder beginnt, auf einem Instrument zu spielen und die Oma dazu tanzt und dann die ganze Familie mit einsteigt – das ist Hip-Hop. Leute, die gemeinsam an einem Lagerfeuer sitzen, reden, singen und tanzen – das ist die eigentliche Bedeutung dahinter.» Der bekannte deutsche Breakdancer Storm hat sogar einmal gesagt: «Hip-Hop könnte die Welt retten.»

Einzigartige Stimmung, zufriedene Veranstalter

«Als wir diese Veranstaltung 2015 das erste Mal durchführten, waren wir wirklich positiv überrascht», sagte Jürgen Kratzer von der Jugendarbeit Oberes Rheintal. «Willi Brozmann ist damals auf uns zugekommen mit dieser Idee, und wir haben dann mit der Offenen Jugendarbeit Au zusammengespannt.»

Das erste «No Limits Breakdance Battle» fand in der Kanti Heerbrugg statt, wofür die Jugendorganisationen zwei Sicherheitskräfte engagiert hatten. «Wir haben dann schnell gemerkt, dass das nicht nötig war. Alle Teilnehmer und Besucher waren friedlich, jeder war willkommen, egal welcher Herkunft. Wir waren positiv überrascht», sagte Mathieu Bühler von der Offenen Jugendarbeit Au.

Eine weitere Überraschung war die Tatsache, dass vor zwei Jahren gerade mal fünf Biere verkauft wurden – am Samstag ging das Battle dann gänzlich ohne Alkohol über die Bühne. Zusätzlich spannten die Offene Jugendarbeit Au und die Jugendarbeit Oberes Rheintal mit dem Jugendnetzwerk der Sozialen Dienste Mittelrheintal zusammen.

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