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Rüthi

Vor 100 Jahren wurde die Oberdorf-Kapelle vom Bischof eingeweiht.
Vor 100 Jahren wurde die Oberdorf-Kapelle vom Bischof eingeweiht. (rz)

«Kapelli» wird 100-jährig

Rösli Zeller Kommentare

Mit dem Bau der kleinen  Oberdorf-Kapelle im Jahr 1921 wurde ein Versprechen eingelöst. Seither wird sie immer wieder von Menschen aus Rüthi und Umgebung aufgesucht.

Der Ursprung dieser kleinen Kapelle geht auf das Versprechen vor dem Verschonen der damals grassierenden Maul- und Klauenseuche zurück. Das Kleinod befindet sich am nordwestlichen Ende der Kamorstrasse, unmittelbar auf der Ebene bei der Abzweigung Plona-, Leue- und Töbelistrasse. Es wurde 1921 vom damaligen Bischof  Josef Bürkler eingeweiht.

Mit einem Kunstwerk von Jakob Summer

Die Kapelle ist ein Massivbau mit flach gedecktem Satteldach, einem schmiedeisernen Scheitelkreuz und einem markant gerahmten Eingang. In der Tür ist ein Metallgitter, und über dem Sturz ist ein Steinrelief mit ei­nem Schalmei spielenden Hirten und Schafen dargestellt. Die Chorwand ziert eine holzgeschnitzte Schutzmantel-Madonna in barockisierendem Tiroler Stil. Die Madonna wird von den Heiligen Antonius und Wen­delin sowie von Bruder Klaus und Sebastian flankiert. Dieses Kunstwerk schuf  1963 Bildhauer Jakob Summer aus Fraxern.

1920 wütete in Rüthi die gefürchtete Maul- und Klauenseuche. Gemäss Kurt Schneider, seit 40 Jahren Kassier des Kapellvereins, taten sich die Bewohner des oberen Dorfteils zusammen und versprachen, eine Kapelle zu bauen, wenn ihre Tiere von der Seuche verschont bleiben. Am 30. März 1921 wurde eine Kapellgenossenschaft gegründet. Die treibende Kraft war Präsident Johann Büchel.

30 Gründungsmitglieder stellten sich hinter das Bauvorhaben. Die Kapelle wurde auf dem Privatgrund von Thomas Kobler gebaut, die Kosten auf 1200 Franken veranschlagt. Der Bau der Oberdorf-Kapelle verlief reibungslos. Die Baukosten be­liefen sich schliesslich über 2041.21 Franken. Als freiwilli­ge Gaben gingen im Baujahr 1329.01 Franken ein.  

Dreimal wöchentlich Rosenkranzgebet

Im Jahr 1958 wurde aus der Kapellgenossenschaft ein Kapellverein. Meinrad Büchel ist seit fünf  Jahren Präsident und Margrit Kobler wirkt als Mesmerin. 20 Mitglieder gehören heute dem Verein an. Jede Woche wird zum Rosenkranzgebet eingeladen: Am Dienstag um 18.30, am Mittwoch um 19 und am Donnerstag um 8.45 Uhr.

Der Kapellverein lädt zum 100-Jahr-Jubiläum der schmucken Andachtsstätte am Sonntag, 19. Juni, um 10 Uhr bei schönem Wetter zu einer Wortgottesfeier ein. Bei schlechtem Wetter wird in der Pfarrkirche gefeiert Auskunft unter Tele­fon 1600.

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