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Leserbeiträge

Kahlschlag statt Vielfalt

Helga Klee, Alt Fdp-Kantonsrätin Kropfackerstrasse 11, Berneck Kommentare

Betreff: Abstimmung zu «No Billag»

Bringen wir es doch auf den Punkt – die Initiative ist absolut nicht ausgereift. Was von Seiten der Befürworter präsentiert wird, ist die «5er und Weggli»-Taktik. Man will der SRG kein Geld mehr zahlen, will aber trotzdem noch einen gewissen Standard an «Service public». Das soll die SRG bewältigen, während ihr 75% der Einnahmen gestrichen werden. Das ist nicht mehr machbar. Der Wegfall der gebührenfinanzierten Sender – auch jener von Tele Ostschweiz – würde die Schweizer Medienlandschaft als Ganzes schwächen. Verlierer wären nach diesem Kahlschlag alle Schweizerinnen und Schweizer. Besonders leiden würden jene Menschen, die Ergänzungsleistung beziehen. Bis jetzt sind sie von den Billag-Gebühren befreit. Nach Annahme der Initiative müssten sie ihre bevorzugten Sendungen selber berappen. Auf der Verliererseite wären auch die hör- und sehbehinderten Menschen, die auf die Dienstleistungen der SRG angewiesen sind, sowie ältere Menschen. Für viele von ihnen ist das Radio oder der Fernseher das Fenster zur Aussenwelt. Viele Sendungen sind für sie jeden Tag Ersatz für einen Besuch. Radio und Fernsehen helfen ihnen oftmals aus der Einsamkeit. Eine Annahme der Initiative hätte gravierende Folgen. Es droht ein gesellschaftlich und politisch einseitig gesteuerter Einheitsinforma­tionsbrei. Der Gedanke daran ist mir ein Graus. Darum stimme ich Nein zur radikalen und unschweizerischen No-Billag-Initiative.

Helga Klee, alt FDP-Kantonsrätin Kropfackerstrasse 11, Berneck