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Naoko Köpfli, Mitgründerin von Schule zuhause, beim Unterrichten.
Naoko Köpfli, Mitgründerin von Schule zuhause, beim Unterrichten. (Reto Sprenger)

Junge Lehrer trotzen der Corona-Krise

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Corona macht kreativ: Die Schulen sind geschlossen, die Kinder zu Hause, Abgänger der Pädagogischen Hochschule stehen ohne Job da. Deshalb gründeten Annika und Naoko kurzerhand «Schule zuhause», wo junge Lehrer und Studenten Lernbegleitungen für zuhause organisieren.

Name: Annika Künzler, Mitgründerin Schule zuhause Alter: 24 Wohnort: Diepoldsau Beruf: Oberstufenlehrerin

Wie funktioniert eure Idee?
Wir von «Schule zuhause» sind ein Team von Oberstufenlehrpersonen und Studierenden. In diesem Ausnahmezustand bieten wir Eltern und Schülern Unterstützung an, entweder vor Ort im Privatunterricht (solange möglich) oder online. Wir betreuen die Kinder beim Lernen und beraten Eltern im Umgang mit dieser Situation.

Wie seid ihr auf dieses Konzept gekommen?
Durch die Krise haben diejenigen von uns, die nicht festangestellt sind, keine Arbeit mehr. Wir wollen trotzdem unserem Beruf nachgehen und Kinder und Jugendliche in ihrem Lernprozess unterstützen. Heutzutage sind wir alle vernetzt. Das brachte uns auf die Idee, online zu unterrichten oder Privatunterricht in der Umgebung durchzuführen.

An wen richtet sich euer Angebot konkret?
An alle Lernenden, die Hilfe benötigen oder an Eltern, die mit der Situation überfordert sind. Wir bieten verschiedene Methoden an: Erst ermitteln wir, welchem Lerntyp die Kinder entsprechen und entwickeln so die passende Lernstrategie. Es fällt schliesslich nicht allen leicht, selbständig und diszipliniert zu arbeiten. Da können wir beraten, Tipps und Tricks für diese Situation geben und gemeinsam einen Lernplan ausarbeiten. So kann der Schulstoff trotz der Schulschliessung nachgeholt werden, damit die Schüler nicht der Klasse hinterherhinken.

Was erhofft ihr euch von eurem Einsatz?
Einerseits wollen wir eine Unterstützung sein für alle, die mit der Situation ohne Hilfe nicht klarkommen. Andererseits möchten wir auch den Leuten unter die Arme greifen, die lernen und vorankommen wollen. Dieses Projekt kommt natürlich auch uns zugute. Wir sind von einem Tag auf den anderen ohne Arbeit dagestanden. Es ist also win-win.

Viele andere Studenten sitzen ebenfalls zu Hause und möchten helfen. Kann man sich bei euch melden?
Klar, melden könnt ihr euch immer. Wir können nicht genau einschätzen, wie sich dieses Projekt entwickeln wird. Das war ein sehr spontaner Einfall, mit dem wir so schnell wie möglich auf die Situation reagiert haben. Verbreitet unser Konzept, das wäre super! Und wenn Nachfrage besteht, melden wir uns bei euch und vermitteln euch weiter.

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