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Jung und selbstständig: «Ich musste lernen Hilfe anzunehmen»

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Mit 20 Jahren eröffnete Maria ihr eigenes Blumengeschäft «Floranum – Blühendes Handwerk» im Altstätter Städtli. Hier kann die gelernte Floristin ihren Stil voll und ganz ausleben. Im Interview spricht sie über ihren Weg zum Erfolg.

Name: Maria Alter: 23 Wohnort: Altstätten Beruf: Floristin

Woher kommt deine Begeisterung für Floristik?
Genau kann ich das nicht sagen. Schöne Sachen begeistern mich. Nicht nur Blumen, sondern auch Einrichtungen – ich hatte es schon immer gern schön.

Vor drei Jahren hast du deinen eigenen Laden eröffnet. Was führte zu diesem Entschluss?
Ich habe meine Lehre als Floristin in Gossau gemacht und wollte den Beruf weiterhin ausüben. In dieser Branche gibt es aber nicht viele freie Stellen. Deshalb nahm ich meine berufliche Zukunft selbst in die Hand und eröffnete einen Laden in Altstätten.

Und kamst wieder zurück ins Rheintal, um zu arbeiten…
Das war mir wichtig. Ich wollte keinen weiten Arbeitsweg mehr haben. Ausserdem kennt man sich hier und ich mag den Umgang der Rheintaler untereinander.

Den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen erfordert Mut. Hattest du Bedenken?
Ja. Es ist ein spezielles Gefühl, wenn man auf einmal für alles selbst verantwortlich ist. Aber ich dachte mir, lieber versuche ich es jetzt, wenn ich noch für niemanden verantwortlich bin. Im schlimmsten Fall hätte ich den Laden wieder schliessen müssen. Dabei wäre zwar etwas Geld verloren gegangen, aber dieses Szenario sehe ich nicht als Weltuntergang.

Wie haben deine Familie und Freunde auf deine Pläne reagiert?
Sie standen und stehen immer noch voll hinter mir und unterstützen mich. Das ist sehr wichtig und wertvoll.

Was gefällt dir am besten an der Selbstständigkeit?
Ich kann mir meinen Arbeitstag selbst gestalten, meinem Stil nachgehen und meine eigenen Ideen umsetzten. Als Selbstständige investiere ich viel Zeit in die Arbeit, kann mir dafür auch mal eine Freiheit erlauben.

Wo siehst du Nachteile?
Wenn man allein arbeitet, ist es manchmal schwierig, neue Ideen zu finden und nicht in der Routine festzufahren.

Wie sieht ein typischer Arbeitsalltag aus?
Mein Tag beginnt früh. Morgens um 6 Uhr fahre ich nach Mörschwil, um frische Blumen zu kaufen. Um 9 Uhr bin ich zurück im Laden und mache alles bereit für den Verkauf. Dann folgt der Ladenalltag und abends habe ich manchmal noch Kundentermine.

Was bietest du alles an?
Zusätzlich zum Ladenverkauf mache ich Hochzeits- und Trauerfloristik, Begrünungen in Büros oder zu Hause und betreue meinen Online-Shop.
 
Welche Bedeutung hat der Online-Shop während Corona?
Während des Lockdowns musste ich voll auf Online setzten. Jedoch war ich froh, immerhin ein bisschen arbeiten zu können. Ich will nicht jammern und das beste aus der Situation machen. Aber ich spüre schon, dass die Grossanlässe fehlen.

Führst du alle Arbeiten selber aus?
Nein, bei Anlässen habe ich Unterstützung von Aushilfen. Auch kann ich auf meine Freunde und Familie zählen. Mein Vater unterstützt mich tatkräftig und liefert zwischendurch Bestellungen aus oder entsorgt den Grünabfall. 

Was rätst du jungen Leuten, die mit dem Gedanken spielen, sich selbstständig zu machen?
Wenn du es lange im Kopf hast, probiere es einfach. Es kann nichts Schlimmes passieren. Ausserdem solltest du nicht das Gefühl haben, alles allein machen zu müssen. Das war und ist manchmal immer noch bei mir der Fall. Nimm Hilfe von deiner Familie und Freunden an.

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