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Der Widnauer Carsten Sacher mit seinem zehnjährigen Sohn Luca, der seinen Papa am Rande der Rennstrecke anspornte.
Der Widnauer Carsten Sacher mit seinem zehnjährigen Sohn Luca, der seinen Papa am Rande der Rennstrecke anspornte. (Ulrike Huber)

Jeden Tag ein Weltrekord

Gerhard Huber Kommentare

Ein Wettkampf, der 20 Tage dauert, wobei an jedem Tag ein kompletter Ironman-Triathlon bestritten wird. Mit Carsten Sacher hat auch ein Widnauer am Double Deca Ultratriathlon in Buchs teilgenommen.

ULTRATRIATHLON. Ein Marathonlauf über 42,2 km zählt bereits zu den härtesten Wettkämpfen, an denen ein Mensch teilnehmen kann. Noch härter, und schon an die Grenzen der menschlichen Leistungsfähigkeit reichend, ist ein Ironman-Triathlon: 3,8 km Schwimmen, 180 km auf dem Rad und ein kompletter Marathonlauf. Alles in einem Wettkampf, an einem Tag. Was die Teilnehmer in den letzten Wochen am Double Deca Ultratriathlon in Buchs leisten mussten, geht weit über das für Freizeitsportler Fassbare hinaus. 20 Tage lang jeden Tag einen kompletten Ironman zu schwimmen, fahren und laufen.

Körper adaptiert Belastung

Trotz mit der Zeit grosser Schmerzen, trotz Blasen-übersäten Füssen, wundem Hinterteil, geschwollener Knie- und Handgelenke. «Der Körper passt sich gut an, er adaptiert die Belastung umso besser, je länger man dabei ist», lacht der für ein kurzes Interview aus dem Fahrradsattel gestiegene Carsten Sacher, «die ersten Tage sind die Schlimmsten, nach fünf Tagen läuft es normal besser.»

Wobei sich der Widnauer zweimal in das Rennen kämpfen musste. Er hatte sich in den ersten Tagen bei grosser Hitze und abrupter Kälte mit Dauerregen eine Erkältung eingefangen, die ihn zwang, nach den ersten fünf Ironmen eine Pause einzulegen, nach zehn Tagen stieg er wieder ein.

Rechtzeitig zum Start des Deca-Ultratriathlon, der zehn Triathlons am Stück enthielt, und den Carsten Sacher auf dem achten Rang beenden konnte.

Zum Abschluss Höchstleistung

Für den 48-jährigen Sacher war es die letzte Teilnahme an einem Ultratriathlon: «Ich bin jetzt schon 20 Jahre beim Triathlon dabei. Aber ich bin von meiner Statur her kein Läufer, künftig werde ich nur noch Rad fahren.» Ein Abschluss mit einer Höchstleistung, denn an einem Deca-Ultratriathlon hatte Carsten Sacher zuvor noch nie teilgenommen.

Höchstleistungen wurden auch den Betreuern der Athleten abverlangt. Gute Freunde oder Familienmitglieder, die am Morgen als Erste aus den Federn mussten, um für den Tag alles klar zu machen, die dann von früh bis spät in der Betreuer-Zone bei Start und Ziel für Verpflegung und den technischen Service zuständig waren. Und am Abend und in der Nacht die Wunden und Blessuren ihrer Athleten behandelten und für frische Wäsche und Equipment sorgten. So sahen diese «guten Geister» in den letzten Stunden der 20-Tage-Veranstaltung zum Teil erschöpfter aus als die Athleten.

Weltrekorde purzeln

Die Bestleistungen in Buchs erbrachten die Österreicherin Alexandra Meixner und der Brite David Clamp, die einen Weltrekord nach dem anderen brachen. Meixner ist die erste Frau, die zwölf Ironmen nacheinander bestritt und setzte von da an bis zum 20. Tag in Buchs täglich sowohl einen neuen Teilnahme-Weltrekord wie auch eine neue Bestzeit für Frauen. David Clamp wurde bei den Herren Gesamtsieger mit einer unfassbaren Weltrekordzeit von 252 Stunden, 21 Minuten und 16 Sekunden. Die Ehrenplätze belegen der Schweizer Daniel Meier und Goulwenn Tristant aus Frankreich.

Rangliste: www.ultratriathlon-

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