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Walzenhausen

  • Das Haus Zwirneli am Eichenbach verkörpert Industrie-Romantik.
    Das Haus Zwirneli am Eichenbach verkörpert Industrie-Romantik. (Peter Eggenberger)
  • Das Haus Zwirneli am Eichenbach verkörpert Industrieromantik.
    Das Haus Zwirneli am Eichenbach verkörpert Industrieromantik. (Peter Eggenberger)
  • Das Haus Zwirneli am Eichenbach verkörpert Industrie-Romantik.
  • Das Haus Zwirneli am Eichenbach verkörpert Industrieromantik.

Industriedenkmal wird 150

Peter Eggenberger Kommentare

Das Zwirneli genannte Haus im Ortsteil Lachen ist 150 Jahre alt. Das 1866 erstellte Gebäude mit funktionierendem Wasserrad ist ein Industriedenkmal.

WALZENHAUSEN. Der Aufschwung der Maschinenstickerei ab 1850 führte zu einer grossen Nachfrage nach gezwirntem Faden. Deshalb liess in den 1860er-Jahren mit Jakob Rohner eine initiative Unternehmerpersönlichkeit am Oberlauf des Eichenbachs drei Zwirnereien mit Wasserrädern erstellen. Das 1866 erstellte «Zwirneli» als unterste der drei Anlagen wurde bis zur Betriebsaufgabe Mitte der 1950er-Jahre von Angehörigen der Familie Rohner geführt.

Einer Stiftung sei Dank

Nach verschiedenen Eigentümern wurde 1994 die idyllisch gelegene, nur über einen Fussweg erreichbare Liegenschaft von Choshin Susanna Capocasa erworben. Sie richtete im Haus ein kleines Meditationszentrum ein und setzte sich gleichzeitig für den Erhalt der urtümlichen Bausubstanz und Anlagen ein.

Auf ihre Initiative wurde 2007 die Stiftung Zwirneli gegründet, in die sie das Gebäude einbrachte. Mitglieder des von ihr präsidierten Stiftungsrats sind u. a. Historiker Thomas Fuchs, Herisau, alt Regierungsrat Werner Niederer, Herisau/Walzenhausen, und alt Gemeindehauptmann Hans Wiesendanger, Walzenhausen. Die Stiftung sichert den langfristigen Erhalt des Industriedenkmals.

«Im Verlauf der letzten Jahre wurden Sanierungsarbeiten rund um die Wasserfassung und Wasserzufuhr samt neuem Kanal und Staubecken realisiert», erklärt Thomas Fuchs. «Herzstück der vorläufigen Sanierung ist die 2013 erfolgte Totalerneuerung des oberschlächtigen Wasserrads mit einem Durchmesser von sieben Metern durch angehende Zimmerleute. Die Anlage ist heute voll betriebsbereit, wobei alle seinerzeitigen Zwirn- und Fachspulmaschinen im Technorama Winterthur eingelagert sind. Das künftige Bauprogramm hat sich auf das eigentliche Gebäude zu konzentrieren, wobei die Stiftung auf Spenden angewiesen ist.»

Besichtigung am 7. Mai möglich

Das «Zwirneli» ist heute von den einst über 250 Wasserkraftanlagen im Appenzellerland der einzige intakte und funktionsfähige Betrieb. Gelegenheit zur Besichtigung des Industriedenkmals bietet sich im Rahmen des «Tages der Mühlen» am 7. Mai zwischen 10 und 13 Uhr. Führungen finden um 10 und 12 Uhr statt, und eine Kaffeestube lädt zum Verweilen ein.

Quelle: «Mahlen, Bläuen, Sägen – 250 Mühlen im Appenzellerland», Mitautor Thomas Fuchs, Verlag Appenzeller Hefte.