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Ramon Untersander (rechts) jubelt nach seinem Tor zum 4:0 gegen Zug mit SCB-Teamkollege Andrew Ebbett.
Ramon Untersander (rechts) jubelt nach seinem Tor zum 4:0 gegen Zug mit SCB-Teamkollege Andrew Ebbett. (Bild: ky)

In zwei Jahren zweimal Meister

Yves Solenthaler Kommentare

Der 26-jährige Widnauer Ramon Untersander hat in der letzten Saison alle Spiele beim Schweizer Meister SC Bern bestritten. In den Playoffs war er der Verteidiger mit der meisten Eiszeit. Nun winkt die erste WM.

Yves Solenthaler

Vor zwei Jahren ist Ramon Untersander zum SC Bern gewechselt. Seither hat er bei den Mutzen zwei unterschiedliche Saisons erlebt: Zuerst ein Gewürge mit denkbar knapper Playoff-Qualifikation, zuletzt eine sehr souveräne Saison mit nie mehr als zwei Niederlagen in Folge und dem ersten Rang nach der Quali.

Das Ergebnis war aber beide Male dasselbe: In den Playoffs spielte der SCB sowohl 2016 als 2017 stark und wurde Schweizer Meister.

Beim Schweizer Meister zur festen Grösse geworden

Untersander hat sich in der Bundesstadt sofort wohlgefühlt, aber auch für ihn verlief die erste Saison durchzogen: In der Regular Season hatte er 19 Spiele wegen einer Gehirnerschütterung verpasst. Aber wie seine Mitspieler kam er in den Playoffs in Form und erzielte gar mehr Punkte als in den diesjährigen Playoffs.

In dieser Saison, die am Ostermontag im sechsten Finalspiel nach einem 5:1-Sieg des SC Bern gegen den EV Zug endete, bestritt Untersander alle 66 Meisterschafts- und Playoffspiele. In 16 Playoff-Matches schoss er fünf Tore, drei davon im Final – das letzte war das 4:0 im sechsten Spiel, das die endgültige Entscheidung bedeutete. Kein anderer SCB-Verteidiger erhielt in den Playoffs so viel Eiszeit wie Untersander, der schon während der ganzen Saison auch in den «Special Teams» eingesetzt wurde. «Ich habe schon vorletzte Saison im Powerplay und Penaltykilling gespielt», sagt er, «aber vor ei­nem Jahr kam mit Kari Jalonen ein neuer Trainer. Bei ihm hat in Über- und Unterzahl stets die gleiche Formation gespielt.» Und zu dieser gehörte der in Widnau aufgewachsene Untersander.

Nach dieser Saison ist anzunehmen, dass Untersander zumindest für das WM-Vorbereitungscamp aufgeboten wird. Acht Länderspiele hat er bereits bestritten, vor der letzten A-WM fiel er dem letzten Kaderschnitt zum Opfer: «Es ist natürlich mein Ziel, an der Weltmeisterschaft in Paris zu spielen.»

Auf Vereinsebene wird sein Team weiterhin der SC Bern sein. Ramon Untersander hat soeben einen neuen Fünfjahresvertrag unterschrieben. Er wohnt zusammen mit seiner Verlobten, die er schon seit seiner Zeit in Davos kennt, in der Stadt Bern. Sein Vokabular ist bernerisch gefärbt.

Untersander spielt schon seit 2012 im Kanton Bern. In drei Jahren beim EHC Biel hat er unter Trainer Kevin Schläpfer den Durchbruch zum NLA-Spieler geschafft: «Ich bin von Davos zu Biel gegangen, um mehr Eiszeit zu erhalten – dieser Plan ist aufgegangen.» Mit den Bündnern war er schon mal Schweizer Meister (2010/11), aber nur als Ergänzungsspieler: «Dieser Titel zählt zwar auch, die zwei mit dem SC Bern haben aber schon eine grössere Bedeutung.»

Untersander hat das Eis­hockey-ABC beim SC Rheintal gelernt. Mit 14 Jahren zog er weiter zum HC Thurgau, ein Jahr später nach Davos, wo er eine kaufmännische Lehre auf dem HCD-Sekretariat absolvierte.

Als Junior mit Manuel Holenstein in Davos gespielt

Einer seiner Weggefährten in Davos war Manuel Holenstein aus Heerbrugg, der nun zum SC Rheintal zurückkehrt. «Mit ihm oder auch Tino Sutter und Fabian von Allmen, mit denen ich als Junior auch zusammenspielte, habe ich noch regelmässig Kontakt und verfolge so auch das Gedeihen des SC Rheintal.» Untersanders Grosseltern wohnen noch in Heerbrugg: «Während der Saison habe ich aber keine Zeit, um ins Rheintal zu kommen.» Die Ausnahme ist der Swiss Ice Hockey Day, an dem Untersander jeweils die Eishalle besucht, in der er das Eishockeyspielen gelernt hatte.