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In Altstätten ins 100. Jahr gestartet

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Im Rahmen der Mitgliederversammlung der Jungfreisinnigen Kanton St. Gallen (JFSG) in Altstätten wurden zwei Frauen an die Spitze der Jungpartei gewählt. Fabienne Bünzli ist neue Vizepräsidentin und Sina Rüdisüli neue Generalsekretärin.

ALTSTÄTTEN. Am vergangenen Samstag trafen sich die Jungfreisinnigen Kanton St. Gallen im Hotel Sonne in Altstätten zu ihrer Mitgliederversammlung.

Das «Prinzip Schweiz»

Als Referent trat Nationalrat Walter Müller auf, der über die aktuellen und kommenden Herausforderungen für die Schweiz sprach. Er sprach sich dafür aus, dass die Politik wieder mehr Grundsatzentscheide fällen und sich nicht zu sehr im Tagesgeschäft verstricken sollte. Er formulierte die These, dass das Erfolgsmodell Schweiz auf dem sogenannten «Prinzip Schweiz» basiere. Dieses umfasse Folgendes: Eine langfristige, strategische Politik; innen- und aussenpolitische Verlässlichkeit; grosse Freiräume, die eine effiziente und effektive Erledigung von Aufgaben erlauben; das tatsächliche Lösen erkannter Probleme. «Menschen erschaffen Erfolge. Nicht der Staat. Der Staat muss nur die Rahmenbedingungen festsetzen», erläuterte Walter Müller seine Sichtweise auf staatliches Handeln. Im Anschluss berichtete Müller noch von der eben zu Ende gegangenen Frühlingssession.

Neuwahlen der Geschäftsleitung

Im ordentlichen statutarischen Teil der Mitgliederversammlung wurden Fabienne Bünzli, Vize-Präsidentin und Leiterin Kampagnen, Sina Rüdisüli, Generalsekretärin, Noël Dolder, Leiter Finanzen, und Stefan Fritschi, Leiter Mitgliederbetreuung, neu in die Geschäftsleitung gewählt. Damit sind zwei Drittel des Präsidiums mit Frauen besetzt – ohne dass irgendwelche Quoten notwendig gewesen wären. In ihrem Amt bestätigt wurden Christoph Graf als Kantonalpräsident, Simon Scherrer, Leiter Kommunikation, Joël Krapf, Wahlkampfleiter, und Johannes Wagner, Leiter Events. Die zurücktretenden Geschäftsleitungsmitglieder Odilo Lamprecht, Vizepräsident, Feng Han, Generalsekretär, und Pascal Stäheli (Leiter Kampagnen) wurden mit Applaus verabschiedet. «Es freut mich, dass er den JFSG als Nationalratskandidat und engagiertes Mitglied erhalten bleibt und auch bereits in der FDP Fuss fassen konnte», sagte Graf. Auch Pascal Stäheli bleibt den JFSG als Nationalratskandidat erhalten und engagiert sich neu im Vorstand der Jungfreisinnigen Schweiz. Feng Han wird den Fokus seiner politischen Arbeit auf die Neugründung der HSG-Sektion der JFSG legen. In seinem Jahresbericht blickte Kantonalpräsident Graf auf die vielen Debatten zurück, die die JFSG mitprägen durften. So war die Jungpartei zum Beispiel in der «Kopftuch»-Debatte medial stark präsent.

Wahlkampf-Vorbereitung

Auch die frühen Wahlkampfvorbereitungen mit dem Wahlkampf-Kick-off vom 20. September 2014 wurden durch Graf erwähnt. Ein Highlight war der Sammelstart zur Volksinitiative «Ja zur Abschaffung der Billag-Gebühren (NoBillag)». Die JFSG haben dafür eigens eine Kampagnenleitung unter Vizepräsidentin Fabienne Bünzli eingesetzt. «Unsere Kampagne war bis jetzt erfolgreich. Wir konnten schon über 6000 Unterschriften sammeln. Wir werden jeweils fast überrannt, wenn wir eine Aktion machen», erklärte Kampagnenleiterin und Nationalratskandidatin Fabienne Bünzli. Im aktuellen Parteijahr stehen der Wahlkampf für die Nationalratswahlen vom 18. Oktober 2015 sowie die Vorbereitung der Kantonsratswahlen 2016 im Vordergrund. Der engagierte Wahlkampf hat zum Ziel, mit zwei Prozent Wähleranteil zur stärksten Jungpartei im Kanton zu werden und damit der FDP zu einem zweiten Sitz zu verhelfen.

Bald Partei in Rorschach

Nach dem Kongress der Jungfreisinnigen Schweiz, den die JFSG im Jahr 2013 ausrichten durften, konnten sie ein weiteres Mal eine nationale Veranstaltung in den Kanton holen. Am 9. Mai findet der nationale Wahlkampf-Kick-off der Jungfreisinnigen Schweiz in Rapperswil-Jona statt. Unter den illustren Gästen befinden sich unter anderen Bundesrat Didier Burkhalter und Ständerätin Karin Keller-Sutter. Unterstützung erhalten die JFSG bald aus Rorschach. Am 11. April wird dort nämlich die letzte verbleibende Regionalpartei gegründet. Präsident der Jungfreisinnigen Rorschach (JFRO) wird Nationalratskandidat Yusuf Barman. (pd)