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«Im Lockdown verliess ich meine Komfortzone»

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Von klassischer Schwarz-Weiss-Fotografie hin zu spontanen, auch mal überbelichteten oder unscharfen Aufnahmen: Manuels Fotostil hat sich im letzten Jahr völlig verändert. Seine Entwicklung darf er nun in fünf Bildern an der Werkausstellung photoSCHWEIZ präsentieren.

Name: Manuel Alter: 21 Wohnort: Heerbrugg Beruf: Grafiker, zurzeit im Zivildienst

Du bist gelernter Grafiker. Wie bist du zur Fotografie gekommen?
Als ich ein Kind war, haben mir meine Eltern eine Einwegkamera in die Hand gedrückt und ich übernahm das Fotografieren während unseren Ausflügen und Ferien. Dadurch wuchs mein Interesse am Fotografieren. Später wurde mir an Weihnachten eine Kamera geschenkt. Mit ihr knipse ich noch heute. Mittlerweile ist das Fotografieren ein grosses Hobby geworden.

Wie beschreibst du deinen Fotostil?
Schwer zu sagen. Er ist eine Mischung aus vielem. Ich fotografiere so, wie es für mich stimmt. Ich möchte nicht einem bestimmten Stil nachgehen. Meine Bilder entstehen oft spontan. Dabei ist es mir egal, wenn mal etwas unscharf oder überbelichtet ist, solange es zum Gesamtbild und der Stimmung passt. Meine Art zu fotografieren hat sich im letzten Jahr jedoch stark verändert.

Inwiefern?
Meine Bilder entstanden meistens auf Reisen. Da dies im vergangenen Jahr nicht möglich war, musste ich andere Wege suchen, um zu fotografieren. Ich wollte meine Komfortzone, die hauptsächlich aus Schwarz-Weiss-Bildern bestand, verlassen und wagte mich an neue Stilmittel. Die Pandemie hatte für mich wenig Negatives, ich konnte überdenken, was ich bisher gemacht habe, mich neu entdecken und weiterentwickeln.

Machst du auch Shootings?
Ich fotografiere gerne im Moment und schreibe deshalb keine Personen an, um Shootings durchzuführen. Wenn jedoch jemand auf mich zukommt, nehme ich Aufträge an. Aber auch dann fotografiere ich spontan und plane das Shooting nicht bis ins letzte Detail. Ich habe nie ein konkretes Bild im Kopf und sehe mir auch die Location vorher nicht an. Ich lasse die Situation auf mich wirken und schaue, was entsteht.

Du darfst fünf Bilder an der Werkschau photoSCHWEIZ ausstellen. Wie kam es dazu?
Ich durfte bereits letztes Jahr ein paar Fotografien ausstellen. Damals lief es aber nicht wie geplant. Meine Prints haben sich wegen eines Produktionsfehlers verbogen, was mich sehr genervt hat. Deshalb habe ich mir geschworen, noch einmal mitzumachen und habe mich beworben. Meine diesjährigen Bilder unterscheiden sich stark von jenen der letzten Ausstellung. Sie repräsentieren meine Entwicklung im vergangenen Jahr und das Verlassen meiner Komfortzone.

Was erhoffst du dir von der Ausstellung?
Mir geht es darum, meine Fotografien einem interessierten Publikum zu zeigen, Kontakte zu knüpfen und Feedback zu erhalten. 

Möchtest du in Zukunft professionell fotografieren?
Die Fotografie ist und bleibt ein Hobby. Im Moment ist es nicht mein Ziel, mit dem Fotografieren meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Ich mache es, weil es mir Spass und Freude bereitet. Aber auch hier gilt: Ich bin spontan und lasse alles weitere auf mich zukommen.

Du möchtest Manuels Fotografien live anschauen? Die photoSCHWEIZ findet vom 2. bis 11. Juli in der Halle 550 in Zürich-Oerlikon statt.

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