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Walzenhausen

Im «Formel 2» die Strasse hoch

Gerhard Huber Kommentare

Nur noch wenige Tage, bis am Wochenende der historische Bergsprint Walzenhausen–Lachen stattfindet. Auch OK-Präsident Erwin Steingruber wird die Strecke mit seinem Formel-2-March-BMW von 1980 unter die Räder nehmen.

WALZENHAUSEN. Wenn das Wetter mitspielt, werden Samstag und Sonntag wieder Heerscharen von Motorsport-Fans nach Walzenhausen pilgern. Beim letzten Bergsprint vor drei Jahren waren es mehr als 8000 Besucher, die die Piloten und ihre historischen Rennfahrzeuge bewunderten. Diesmal werden sie auch OK-Präsident Erwin Steingruber aus Walzenhausen anfeuern dürfen.

Tagessiege bei Bergrennen

Steingruber war bis 1992 aktiv als Hobbyfahrer bei Bergrennen unterwegs. Gegen die Schweizer Elite von damals wie Fredy Amweg, Fredy Lienhart und Markus Hotz, die am Wochenende alle mit ihren Boliden am Start sein werden, erreichte er schöne Erfolge. Besonders in Erinnerung ist ihm das Rennen in Oberhalle 1990, bei dem er alle Trainings und beide Zeit-Läufe als Erster beendete. Zwei Jahre später war Schluss mit der Laufbahn. Seine VW- und Audi-Werkstatt in Walzenhausen wurde ausgebaut. Da blieben weder Zeit noch finanzielle Mittel für das Rennfahren. Sein Bolide, ein March-BMW Formel 2 mit etwa 300 PS, wurde eingemottet. Es handelte sich damals um denselben BMW- 4-Zylinder-Reihenmotor, der Anfang der 80er-Jahre mit Turbolader den Brabham-BMW von Nelson Piquet befeuerte und in den Qualifyings die Leistung von 1400 PS freimachte. Das Chassis stammte von March. Die Rennwagenschmiede aus England war der erste Produzent, der für viele Rennklassen, etwa die Formel 1 und die Champ-Car-Series, Boliden herstellte, die für jeden käuflich waren. Über 1500 Autos wurden in den gut 20 Jahren des Bestehens von March bis 1990 gebaut.

Eine Frage der Sicherheit

Seit sich Erwin Steingruber entschlossen hat, dieses Jahr selbst beim Bergsprint mitzufahren, baut er seinen Renner neu auf. Was eine Frage der Sicherheit ist. Denn nach beinahe einem Vierteljahrhundert ausser Betrieb sind Bremsschläuche verrottet und so manche Leitung korrodiert. Der Motor wanderte ohne Chassis zur Überholung zu einem Spezialisten nach Liechtenstein. Den Rest macht der OK-Präsident selbst.

Wer das nackte Chassis mit seiner grazilen Aluminiumkonstruktion sieht, denkt natürlich an die gefährlichen Zeiten der Rennfahrerei vor der Einführung der Überlebenszellen aus Carbonfiber zurück. Doch zum Glück hatte Steingruber in seiner aktiven Laufbahn nie einen ernsthaften Unfall. «Nur zweimal bin ich von der Strecke abgekommen, einmal in Kaltenwangen und einmal in Ungarn. Da bin ich in den Wald hinein, aber es hat mir nur zwei Räder abrasiert, sonst ist nichts passiert», erzählt der Walzenhauser Autohändler. Heute ist Sicherheit ein grosses Thema.

Gerade auch beim Bergsprint wird durch geeignete Massnahmen darauf geachtet, dass die Zuschauer absolut ungefährdet sind.

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