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«Ich will einen Beitrag dazu leisten, die Welt besser zu machen»

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Seit drei Jahren ist Carmela Parteimitglied der Juso und seit zwei Jahren sogar im Vorstand. Im Interview spricht sie von ihren Zielen und warum Politik für junge Menschen wichtig ist.

Name: Carmela Alter: 19 Wohnort: Marbach Beruf: Studentin Soziologie und Geschlechterforschung

Warum bist du ein Mitglied der Juso (Jungsozialist*innen)?
Ich vertrete die Werte der Juso. Die Interessen der Partei sind links, was meinen Prinzipien entspricht. Beispielsweise setzt sich die Partei für Gleichberechtigung aller Art ein.

Wieso ist es deiner Meinung nach wichtig, dass sich junge Menschen in der Schweiz für Politik interessieren?
Uns wird oft das Gefühl gegeben, dass wir zu jung und unerfahren sind, um bei politischen Themen wie Feminismus, Anti Ableismus (Diskriminierung gegenüber Menschen mit Behinderungen) und Black Lives Matter mitzureden. Doch meistens werden diese Themen von älteren Menschen erst gar nicht angesprochen. Meiner Meinung nach ist das eine Art, das junge, eher linke Volk, mundtot zu machen. Schlussendlich lebt meine Generation aber länger und muss in der Zukunft eventuell Konsequenzen der getroffenen Entscheidungen tragen. Es ist wichtig, dass auch wir unsere Meinungen mitteilen und diese ernstgenommen werden.

Wofür setzt du dich persönlich ein?
Alle im Vorstand fokussieren sich auf ein spezifisches Thema, welches der Partei wichtig ist. Mein Fokus ist die Intersektionalität. Was soviel wie die Überschneidung von verschiedenen Diskriminierungsgruppen gegenüber einer Person bedeutet. Beispielsweise macht eine schwarze Frau nicht die gleichen Erfahrungen wie eine weisse Frau. Sie erlebt zum Antifeminismus auch Rassismus in ihrem Leben. Das sind zwei Arten von Unterdrückung und da überschneiden sich zwei Diskriminierungsformen. Bei der Intersektionalität wird versucht, alle miteinzubeziehen. Beispielsweise hiess der Feministische Streik früher Frauenstreik. Aber weil dieser Event nicht nur für Frauen ist, sondern auch für alle anderen genderqueeren Personen, wurde der Streik umbenannt. Somit wird versucht, keine unterdrückte Gruppe auszuschliessen.

Welche Ziele verfolgst du?
Ich will einen Beitrag dazu leisten, die Welt besser zu machen. Es reicht mir schon, wenn ich das nur für eine Person geschafft habe. Ich könnte mir auch vorstellen, künftig in der Politik beruflich tätig zu sein. Das ist zwar kein Ziel, welches ich momentan aktiv verfolge. Es ist aber spannend zu sehen, wo mich der Weg hinführen wird.

Welche Aktionen besuchst du?
Es gibt viele verschiedene Aktionen und Vorstandssitzungen die ich besuche. Wenn ich es cool finde, bin ich dabei. Demonstrationen sind meine Lieblingsveranstaltungen. Einige der Streiks, die ich sehr eindrücklich fand, waren der feministische Streik in St.Gallen, wo ich eine Rede halten durfte und die Black Lives Matter Demonstration in Zürich. In Basel war ich an einem Streik, weil das Appellationsgericht die Strafe eines Vergewaltigers vermindert hat.

Wie bereitest du dich auf eine Rede vor?
Für die Rede beim feministischen Streik stand das Thema Intersektionalität im Vordergrund. Da habe ich auf meinem Laptop drauflos geschrieben und habe den Text zusammengesetzt, dass es einen Sinn ergab. Auch bei kleineren Reden schreibe ich auf, was ich mitteilen will. Die Anzahl der Zuhörenden variiert immer. Es gibt Orte, da kommen viele Menschen zusammen, es gibt aber auch Reden, da habe ich weniger Publikum. Bei meiner Sprache achte ich auf die Intersektionalität. Mir ist es wichtig, Minderheiten nicht noch mehr zu unterdrücken. Auch ist es mir wichtig, die unterdrückten Gruppen zu hören, sie zu unterstützen und meine Privilegien zu kennen.

Welche Message willst du unter die Menschen bringen?
Finde heraus, wo du in dieser Gesellschaft stehst, welche Rechte du hast und ob du unterdrückt wirst. Auf diese Weise kannst du dich selber besser verstehen und dein Verhalten anderen gegenüber anpassen.

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