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Berneck

Highlight am Littenbach

Kurt Latzer Kommentare

Ein Jungvogel einer Reiher-Art, die nur hin und wieder in der Schweiz brütet, hat sich gestern Mittag beim Littenbach niedergelassen, um eine Regenpause abzuwarten.

Kurt Latzer

Der Blick aus dem Fenster der Redaktion hat sich gestern Mittag gelohnt. Plötzlich, während eines Gesprächs, schwang sich der Vogel am Redaktionsgebäude vorbei und liess sich beim Gartentor eines Hauses an der Littenbachstrasse nieder. Schnell war klar: Das ist kein Vogel von hier, auch kein häufiger Gast.

Der Nachtreiher wird auch als Nachtrabe bezeichnet, heisst es auf einer Infoseite der Schweizer Vogelwarte Sempach. In der Schweiz steht er auf der Roten Lis­te der stark gefährdeten Tierarten. «Wie auf dem Foto deutlich zu erkennen ist, handelt es sich um einen jungen Nachtreihe», sagt Livio Rey, Biologe und Mediensprecher der Schweizer Vogelwarte Sempach, «es ist ein echtes Highlight, den bei uns und vor allem bei Tag fotografieren zu können.» Wenn die Nachtreiher im April eintreffen, ist in der Broschüre weiter zu lesen, und sich in kleinen Trupps in Weidenbeständen verstecken, kann die Suche nach ihnen ebenso spannend sein wie jene nach den Ostereiern. Tagsüber rasten sie reglos in den Bäumen und werden erst in der Dämmerung aktiv, um zur Nahrungssuche auf Feuchtwiesen und an Gräben zu fliegen. «Die langen Kopffedern der Vögel wurden früher als Hutschmuck verwendet, weswegen die Nachtreiher stark bejagt und dezimiert wurden», sagt Livio Rey. In der Schweiz ist der Vogel als unregelmässig und selten brütender, regelmässig bis seltener Durchzügler aufgelistet. Früher in ganz Mitteleuropa häufig anzutreffen, sind die Nachtreiher heute hauptsächlich im Osten und Südosten Mitteleuropas zu finden.