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Riccarda Dietsche zeigte an der EM wie während der ganzen Saison konstante Leistungen auf hohem Niveau.
Riccarda Dietsche zeigte an der EM wie während der ganzen Saison konstante Leistungen auf hohem Niveau. (athletix.ch)

Gute Mentalität am ersten Grossanlass

Yves Solenthaler Kommentare

Die Lüchingerin Riccarda Dietsche erreicht an den Hallen-Europameisterschaften in Torun (Polen) über 60 Meter den Halbfinal.

Leichtathletik Mit 7,33 Sekunden im Vorlauf und 7,32 im Halbfinal zeigte die 24-jährige Sprinterin vom KTV Altstätten zwei sehr konstante Leistungen auf hohem Niveau – wie während der ganzen Hallensaison, in der Dietsche immer Zeiten zwischen 7,29 und 7,39 erreichte.

Riccarda Dietsche bewies ihre gute Form zum Abschluss und Höhepunkt der Indoor-Saison nochmals, auch wenn sie ihre persönliche Bestleistung knapp verpasste. Um wie Teamkollegin Ajla Del Ponte sicher den Final zu erreichen, hätte Dietsche in der dritten Halbfinalserie eine Zeit von 7,25 oder 7,26 Sekunden benötigt. Die Brühlerin Salomé Kora schied in ihrer Halbfinalserie mit 7,27 aus – weil sie (gemäss Fotofinish) eine Tausendstelsekunde länger brauchte als Jennifer Montag aus Deutschland.

Fehlstarts vor Dietsches Serie beunruhigten sie nicht

«Ich kam nahe an meine persönliche Bestleistung heran. Wenn ich meinen eigenen Rekord verbessert hätte, wäre noch mehr möglich gewesen», sagt Riccarda Dietsche, «aber ich bin mit meiner Performance am ersten Grossanlass zufrieden.» EM-Feeling kam jedoch wegen den coronabedingt fehlenden Zuschauern kaum auf. «Aber ich habe mich daran gewöhnt, dass es im Stadion relativ still ist», sagt Dietsche. Auch das ist ein Schlüssel zur erfolgreichen Hallensaison, andere Athletinnen und Athleten hatten damit mehr Mühe – eine Kopfsache.

Eine gesunde Mentalität wies Dietsche auch bei ihrem ersten Einsatz am Sonntagmorgen nach: In der Serie vor ihrem Vorlauf wurden drei Sprinterinnen wegen Fehlstarts disqualifiziert: «Ich habe das mitbekommen, bin aber bei mir geblieben. Die vielen Ausschlüsse sensibilisierten mich und meine Konkurrentinnen in der Serie sogar eher.» Allerdings führte das nicht zu übertriebener Vorsicht; Riccarda Dietsches Start im Vorlauf war nämlich exzellent, im Halbfinal gelang die Wiederholung aber nicht mehr ganz.

Nach der Hallensaison gönnt sich die Rheintalerin eine Woche Ferien: «Dann geht’s aber schon an die Vorbereitung der Sommersaison.» In dieser steht mit den Olympischen Spielen in Tokio der Grossanlass schlechthin bevor. Ein Ziel – als Staffelmitglied und auch im Einzel? Es ist die einzige Frage, der Riccarda Dietsche ausweicht, was auch wieder vielsagend ist.

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