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Samuel Sätteli, Fabian Oesch und Malik Bucher (von links) geniessen das Bad in ihrem beheizbaren mobilen Whirlpool.
Samuel Sätteli, Fabian Oesch und Malik Bucher (von links) geniessen das Bad in ihrem beheizbaren mobilen Whirlpool. (Bild: pd)

Güllenfass erregte Aufsehen

Hanspeter Thurnherr Kommentare

Drei junge Elektroinstallateure bauten im Rahmen ihrer Vertiefungsarbeit am BZB einen speziellen Whirlpool. Beim Wettbewerb «Schweizer Jugend forscht» erreichten sie damit ein «Sehr gut».

Hanspeter Thurnherr

Der Oberschaner Samuel Sätteli und seine beiden Kollegen Malik Bucher aus Lüchingen und Fabian Oesch aus Rebstein erregten mit ihrem ausgefallenen Projekt beim Wettbewerb «Schweizer Jugend forscht» (SJF) Aufsehen. Angeregt durch ihren Lehrer Daniel Bissegger und Matthias Kunz, SJF-Examinator am BZB, reichten sie ihre schriftliche Dokumentation des Projektes in für den Wettbewerb angepasster Form ein. Mit fachlicher Unterstützung eines persönlich zugeteilten Experten und nach weiteren Anpassungen des fahrbaren Whirlpools – unter anderem in den Bereichen Sicherheit, Hy­giene und Transport – überstanden sie die Vorselektion.

Whirlpool musste zu Hause bleiben

Von rund 300 Jugendlichen, die sich für den Wettbewerb angemeldet hatten, schafften 107 den Finaleinzug und die Reise nach Bern. Letztlich schaute für die drei die Bewertung «sehr gut», die zweithöchste Bewertungs­stufe, heraus – auch wenn sie ihr Werk an den drei Tagen in Bern «nur» mit Postern präsentieren konnten. Samuel Sätteli: «Der Transport des Gefährts nach Bern wäre zu teuer und zu zeitaufwendig gewesen.» Auf den Erfolg dürfen die drei stolz sein, weil unter den letztlich 107 am nationalen Wettbewerb Zugelassenen nur ganz wenige Handwerker dabei waren. «In der Regel sind es eher Personen aus der gymnasialen Ausbildung respektive aus der Forschung und Entwicklung», weiss Sätteli.

Von den ersten Gedanken bis zu diesem krönenden Abschluss ihrer Vertiefungsarbeit war es für die drei Elektriker ohnehin ein langer und mit 432 Arbeitsstunden zeitaufwendiger Weg. «Weil wir bei schönem Wetter gerne baden, kamen wir auf die Idee mit dem Whirlpool. Mit «Hot Pot» beheizte Pools gibt es schon. Wir wollten aber etwas machen, was es noch nie gab. Weil wir an drei verschiedenen Orten zu Hause sind, drängte sich eine mobile Lösung auf, und gleichzeitig wollten wir auch unsere Fähigkeiten als Elektroinstallateure einbringen», erzählt Samuel Sätteli.

Er und seine Kollegen setzten schliesslich – auch aus rechtlichen und Kostengründen – auf ein altes Güllefass. Doch eines zu finden, war nicht leicht. Mit Hilfe von Landmaschinenmechanikern und dem Internet wurden die drei in Flums fündig. Die Reinigung des Fasses stellte eine weitere Herausforderung dar. Sandstrahlen, Abbeizen oder ein Tauchbad erwiesen sich als untaugliche Ideen. Letztlich blieb nur, alles abzuschleifen. Aufwand: zweieinhalb Tage Arbeit.

Mit Musikanlage und Schirmständer

Nun wurde das Fass aufgeschnitten sowie die Wände hinausgebogen. So blieb das Fassungsvermögen bei 4000 Litern. Die scharfen Kanten verschwanden unter einer Chromstahl-Reling. Es folgte der Innenausbau mit Bänken, Hot-Pot-Ofen, Unterwasserlicht, Sprudelvorrichtung, Musikanlage und Schirmständer, der sich inzwischen bereits bei Sonne, Regen und sogar Schnee bewährt hat. Für den leichteren Ein- und wohl nach dem einen oder anderen Bier auch als sicheren Ausstieg bauten Sätteli, Bucher und Oesch aussen einen Steg an.

Da sie selber hie und da gerne ein Bier trinken, sollte der Whirlpool als Bierfass bemalt werden. Durch Beziehungen erhielten sie die Erlaubnis, das «Fass» in den Logofarben der Sonnenbräu zu bemalen. Die Brauerei spendete auch den richtigen Kleber und den passenden Schirm. Das Ergebnis der Arbeit begeisterte bei der Präsentation in der Schule alle, «weil sie nicht erwartet hätten, dass wir es schaffen», erzählt Samuel Sätteli. Da überrascht es nicht, dass der mobile Whirlpool, der gemietet werden kann, schon des Öfteren für Spass und Entspannung sorgte.

Weitere Bilder und Infos auf www.mobilerwhirlpool.ch

Zweites Projekt erfolgreich

Mit einem Projekt erfolgreich waren auch die bzb-Absolventen Luca Bernoi (Hinterforst) und Samuel Zürn (Au). Mit ihrem Mehrwegbecher-Automaten erreichten auch sie die zweithöchste Bewertungsstufe «sehr gut» und heimsten 800 Franken Preisgeld ein. Ihre Idee: Um das lange Anstehen für die Depotrückerstattung an Open Airs oder Festivals zu vermeiden, wird das Gebinde in einen Automaten geworfen, der das Depot nach Prüfung des Bechers auszahlt. Das Berufs- und Weiterbildungszentrum Buchs (bzb) ist seit mehreren Jahren Partner von «Schweizer Jugend forscht». Lernende werden laufend auf den nationalen Wettbewerb hingewiesen und vorbe­reitet. (pd)