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Heerbrugg

Ruth Roduner im Jahr 2009 an der Pressekonferenz in der St.Galler Buchhandlung Comedia zum neuen Buch im Fall Grüninger.
Ruth Roduner im Jahr 2009 an der Pressekonferenz in der St.Galler Buchhandlung Comedia zum neuen Buch im Fall Grüninger. (Bild: Urs Jaudas, 30. März 2009)

Grüninger-Tochter Ruth Roduner ist verstorben

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Erst vor zwei Monaten, am 28. Oktober, hatte  Ruth Roduner ihren 100. Geburtstag gefeiert. Kurz vor dem Jahreswechsel, am 29. Dezember, ist die Tochter des Flüchtlingsretters Paul Grüninger verstorben, wie den Todesanzeigen zu entnehmen ist.

Roduner, deren Gatte einst als Auer Gemeindepräsident geamtet hatte, lebte viele Jahre in Heerbrugg und zog vor sechs Jahren in die Nähe ihres Sohnes Dieter Roduner in ein Altersheim in St. Gallenkappel. Körperlich sei es der 100-Jährigen bis zu ihrem Geburtstag relativ gut gegangen, ihr Sehvermögen sei jedoch eingeschränkt gewesen und eine Demenz  machte sich bemerkbar, wie ihr Sohn dieser Zeitung vor etwas mehr als zwei Monaten mitteilte.

Engagement für Rehabilitation und Stiftung

Ruth Roduner setzte sich jahrelang für die Rehabilitierung und Erinnerung an ihren Vater Paul Grüninger ein. Der St. Galler Polizeikommandant wurde 1939 verurteilt und aus dem Dienst entlassen. In den Jahren 1938/1939 hatte er an der Grenze im Rheintal tausenden jüdischen und anderen Flüchtlingen die Einreise ermöglicht und damit Leben gerettet.

Die Rehabilitierung Grüningers fand erst über zwanzig Jahre nach dessen Tod statt. Im Jahr 1995 hob das Bezirksgericht St. Gallen sein einstiges Urteil auf – ein Höhepunkt in Ruth Roduners Bemühen. Mit der vom Kanton erhaltenen finanziellen Wiedergutmachung rief die Familie die Paul-Grüninger-Stiftung ins Leben, die nach wie vor aktiv ist und in regelmässigen Abständen einen Menschenrechtspreis vergibt. 

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