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Grünflächen richtig pflegen

Cécile Alge Kommentare

Der Workshop des Vereins St. Galler Rheintal für Mitarbeitende von Rheintaler Werkhöfen stiess auf grosses Interesse. Themen waren Biodiversität in der Siedlung, Umgang mit Neophyten sowie die Pflege von Grünflächen, Gehölz und Gewässern.

RHEINTAL. Die Biodiversität – die Vielfalt von Lebensräumen, Arten und Genen sowie ihr Zusammenspiel – ist für die Natur und für uns Menschen wichtig. Diese Vielfalt erst hat unsere Erde zu einem bewohnbaren Ort gemacht. Ihr verdanken wir bewohnbare Landschaften sowie unsere Nahrung, Wasser, Luft, Kleidung, Energie, Baustoffe, etc. Doch der Biodiversität in der Schweiz geht es gar nicht so gut. Das heisst, es muss mehr zu ihrer Erhaltung unternommen werden. Bund, Kantone und Gemeinden, aber auch jede und jeder Einzelne müssen dazu beitragen, den Verlust unserer Lebensgrundlage zu stoppen.

Workshop interessierte

Auch der Verein St. Galler Rheintal nimmt sich der Problematik an und leistet einen Beitrag. Er lud kürzlich Mitarbeitende von Rheintaler Werkhöfen zum Workshop «Biodiversität in der Siedlung» ein. «Das Interesse war gross – von jeder Gemeinde waren ein oder mehrere Mitarbeiter, die mit dem Thema im Berufsalltag zu tun haben», freut sich Andreas Mathieu, Projektleiter beim Verein St. Galler Rheintal. Auf dem Programm standen ein informativer Vortrag von Thomas Oesch, vom Institut für Landschaft und Freiraum von der Hochschule für Technik Rapperswil (HSR), zum Thema «Was ist Biodiversität und was wird vom Bund warum gefördert». Danach sprach er über den Handlungsspielraum und das Potenzial im Rheintal. An konkreten Beispielen wurde aufgezeigt, wo man der Natur heute wenig Spielraum lässt. «Heute werden viele moderne Häuser gebaut, davor ein Fertigrasen ausgerollt und ein Rasenmäherroboter hineingestellt. So spart man vielleicht Zeit, tut aber nichts für die Biodiversität», gab Oesch zu bedenken. Als positives Beispiel nannte er u. a. die Überbauung im Bommert in Widnau, wo naturnah gebaut und wo der Garten mit Bedacht angelegt wurde, so dass man als Bewohner das Wachsen und Reifen im Zyklus der Jahreszeiten miterlebt. Und wo sich im Garten auch einheimische Kleintiere wohlfühlen.

Schäden durch Neophyten

Themen des Workshops waren auch die invasiven Pflanzen, also solche, die sich stark und rasch ausbreiten, sowie Neophyten, nämlich Pflanzen aus fremden Gebieten, meist aus anderen Kontinenten. In der ganzen Schweiz breiten sich immer mehr fremde Pflanzenarten aus, die hier keine «Feinde» haben und einheimische Arten verdrängen. Und gerade auch invasive Neophyten können zum Teil grosse Schäden anrichten. Dazu gab Peter Rodighiero von der Stiftung Business House Auskunft und Tips zur Bekämpfung. Er teilte mit, dass u. a. das Drüsige Springkraut, der Sommerflieder, Knöteriche, Goldruten oder der Kirschlorbeer gerne aus Hausgärten flüchten und sich unkontrolliert ausbreiten. Deshalb wäre es am besten, wenn diese Arten gar nicht erst gepflanzt werden. Oder, wenn sie bereits wuchern, konsequent vernichtet werden. Dass das mit Erfolg gemacht werden kann, zeigte er anhand von Beispielen im St. Margrether Eselschwanz, wo man dem Japanischen Knöterich Einhalt geboten hat. Und das nachhaltig, wie regelmässige Kontrollen zeigen.

Auch Gewässer brauchen Pflege

Im Anschluss an die theoretischen Informationen im Rebsteiner Impulszentrum ri.nova begaben sich die Bauamtsmitarbeiter zu Fuss auf einen grossen Rundgang, der im Rebsteiner Wald startete und im Schutzgebiet Höchstern in Balgach endete. Dabei wurden konkrete Beispiele erörtert, Pflanzen gezeigt, welche in den Wald gehören und welche nicht.

Austausch gepflegt

Themen waren aber auch das grosse Eschensterben in der Region, das auch den Förstern Sorgen bereitet. Unter anderem, weil die abgestorbenen Bäume Umsturzgefahr bergen und die Verantwortlichkeiten zu wenig klar geregelt sind. Im Weiteren wurde den Anwesenden viele Informationen zu Pflege und Unterhalt von Gehölzen, Gewässern und Freiräumen vermittelt. Feuchtstandorte und Schutzgebiete wurden beim Rundgang genauso mit einbezogen wie Waldränder und Bachtobel.

Zudem nutzten die Mitarbeiter der Rheintaler Bauämter den Anlass zum regen Austausch, für Fragen und Anregungen. Es war ein wertvoller Workshop, von dem alle im Arbeitsalltag profitieren.

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