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Heerbrugg

Gardi Hutter und der frühere deutsche Bundespräsident Joachim Gauck am Rheintaler Wirtschaftsforum im Januar 2019.
Gardi Hutter und der frühere deutsche Bundespräsident Joachim Gauck am Rheintaler Wirtschaftsforum im Januar 2019. (Archiv/vdl)

«Goldiga Törgga» geht an Gardi Hutter

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Die Rheintaler Kulturstiftung zeichnet die Clownin, Schauspielerin und Autorin mit dem «Goldiga Törgga» aus.

Die öffentliche Preisverleihung findet am Donnerstag, 5. November, wegen Covid-19 in kleinem Rahmen im Kinotheater Madlen in Heerbrugg statt.

Fürs «grosse Publikum» wird die Preisverleihung mit Livestream auf Youtube und Facebook übertragen. 

Der mit 15 000 Franken dotierte «Goldiga Törgga» ist ein Anerkennungspreis für ausserordentliche Leistungen von Rheintaler Kulturschaffenden oder Künstlerinnen und Künstlern mit Rheintaler Wurzeln. Er wird von der Rheintaler Kulturstiftung vergeben, dieses Jahr bereits zum neunten Mal. Gewürdigt werden mit dem Rheintaler Kulturpreis die Nachhaltigkeit des Schaffens, die überregionale Ausstrahlung, Mut und Innovationskraft. 

Einzigartige Unterhalterin mit Tiefsinn

Die diesjährige Preisträgerin Gardi Hutter wird für ihr langjähriges künstlerisches Engagement als Clownin und ihr einzigartiges Wirken als Autorin und Schauspielerin geehrt. Gardi Hutter will unterhalten, aber nicht nur. Sie kommuniziert mit dem Publikum über Sprachgrenzen hinweg verständlich, unverblümt und humorvoll – auch zu so existenziellen Themen wie dem Sterben. Die berühmteste Clownin der Schweiz ist seit bald 40 Jahren mit ihrer Figur «Hanna» als Solokünstlerin unterwegs. Gardi Hutter ist aber nicht nur Clownin, sie ist auch Autorin, Philosophin, Feministin, Ahnenforscherin und bildende Künstlerin.

Aufgewachsen ist die 67-Jährige in Altstätten, zusammen mit drei Brüdern. Das Rheintal hat sie mit 19 Jahren verlassen. Zuerst, um ein Sozialpraktikum in Paris zu absolvieren und dann, um die Schauspielakademie in Zürich (heute ZHdK, Hochschule der Künste) zu besuchen. Nach drei «Gesellenjahren» im Centro di Ricerca per il Teatro CRT in Mailand hat sie ihren eigenen, unverwechselbaren Clownstil entwickelt.

Hutters Bühnenpräsenz und die Fülle von Ideen sind die Basis für ihre einzigartige, fantasievolle Schweizer Profikleinkunst mit internationaler Ausstrahlung. Seit 1981 hat sie neun Clowntheaterstücke produziert und diese 3700-mal in 35 Ländern gespielt. 1992 trat sie anlässlich der 700-Jahr-Feier der Eid­genossenschaft als putzende «Hofnärrin» im Schweizer Parlament auf. Als weiteren Höhepunkt war sie während der Tournee im Jahr 2000 im Nationalzirkus Knie zu Gast.

Seit vielen Jahren lebt Gardi Hutter im Tessin. 2011 erschien der Kinofilm «Gardi – die Unendlichkeit des Spiels» des Rheintaler Filmemachers Kuno Bont. Im neuesten Stück «Gaia Gaudi» steht Gardi Hutter zusammen mit Sohn Juri und Tochter Neda Cainero sowie Schwiegertochter Beatriz Navarro auf der Bühne.

Preisverleihung im Madlen im Livestream

Am 5. November um 18 Uhr übergibt die Rheintaler Kulturstiftung im Kinotheater Madlen in Heerbrugg den Rheintaler Kulturpreis «Goldiga Törgga» an die Preisträgerin. Aufgrund der aktuellen Situation muss die Preisverleihung mit einer stark reduzierten Gästeschar durchgeführt werden. Alle können die Ehrung als Direktübertragung auf Youtube oder Facebook verfolgen. Der Preis wird von der Präsidentin der Rheintaler Kulturstiftung, Christa Köppel, übergeben. Die Laudatio hält Radio- und Fernsehmoderatorin Monika Schärer. Musikalisch wird der Abend vom Nicole-Durrer-Quartett umrahmt.

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