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Diepoldsau

Kantonsrat Walter Gartmann zu Gast bei der SVP Diepoldsau (von links): Carmen Bruss, Walter Gartmann, Peter Kuster, Kläus Frei, Hanspeter Hasler.
Kantonsrat Walter Gartmann zu Gast bei der SVP Diepoldsau (von links): Carmen Bruss, Walter Gartmann, Peter Kuster, Kläus Frei, Hanspeter Hasler. (Bild: Paul Benz)

Gartmann muntert SVPler auf

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Die SVP-Parteimitglieder und Sympathisanten trafen sich letzte Woche im Landgasthaus Rössli zur Jahreshauptversammlung. Prominenter Gast war der Kantonalpräsident der SVP St. Gallen, Walter Gartmann.

Ortsparteipräsident Peter Kuster führte die Versammlung souverän durch die obligaten Traktanden. Von den Mitgliedern genehmigt wurden sowohl die Jahresrechnung 2016 als auch das Budget 2017, ebenso die sich aus der Versammlung ergebenden Anträge.

Im Rückblick liess Peter Kuster die verschiedenen politischen Geschehnisse und Anlässe der letzten zwölf Monate Revue passieren. Die Kantonsratswahlen waren für die SVP ein grosser Erfolg gewesen, die Bestrebungen, einen zweiten Regierungsratssitz zu gewinnen, aber an der Gegnerschaft gescheitert. Auch bei einigen Volksabstimmungen hatte die SVP schmerzhafte Rückschläge hinnehmen müssen. Die Diepoldsauer SVP hätte auch gerne einen Kandidaten in den Schulrat Diepoldsau gebracht, musste sich im Wahljahr 2016 aber mit ihrem bisherigen Gemeinderat und einem Kantonsrat zufrieden geben.

Der Präsident appellierte an die Versammlung, sich nicht entmutigen zu lassen und bei den bevorstehenden Abstimmungen wieder volles Engagement zu zeigen. Kuster ist überzeugt von der Richtigkeit der SVP-Politik: «Die gegenwärtigen Ereignisse in Europa und der ganzen Welt zeigen, dass die Voraussagen der SVP eingetroffen seien: die Anspruchshaltung der EU gegenüber der Schweiz, die Übervölkerung durch masslose Zuwanderung und die nicht versiegenden Flüchtlingsströme.»

Auch bei aktuellen Themen, wie der Ablehnung des Energiegesetzes, würde die SVP langfristig Recht behalten, meinte der Präsident.

Walter Gartmann: «SVP ist keine Verliererpartei»

Im Anschluss an die ordentliche Hauptversammlung hielt der Kantonalpräsident der SVP, Walter Gartmann, ein Referat. Der Melser Unternehmer politisiert schon seit vielen Jahren im Kantonsrat St. Gallen. Er gilt als gradlinig, energisch und direkt, und strahlt durch seine hemdsärmelige Art eine ansteckende Fröhlichkeit aus.

Gartmann informierte das interessierte Publikum über die aktuellen Geschäfte des Kantons­rates und über die Zusammenarbeit mit dem Regierungsrat, ebenso wie über die Absichten der SVP-Fraktion. Besser als in früheren Jahren seien ein Gutteil der Geschäfte des Kantonsrats im Sinne der SVP behandelt worden, jedoch zeigte Gartmann sich unzufrieden über den Finanzhaushalt des Kantons.

Er beklagte auch die ungenügende Zusammenarbeit der bürgerlichen Parteien und diverse unglückliche Beschlüsse, die dadurch im Kantonsrat zustande gekommen seien. Seiner Meinung nach präsentierten sich beispielsweise viele FDP-Politiker nur vor den Wahlen als bürgerlich und würden später eine Politik vertreten, die nicht dem entspreche, was sie ihrer Wählerschaft versprochen hätten.

Gartmann munterte in seiner erfrischenden Art die etwas demotivierten SVPler mit der Tatsache auf, dass die SVP keineswegs eine Verliererpartei sei und sie auch bei den sogenannt verlorenen Volksabstimmungen, weit über ihren eigenen Wähleranteil hinaus, Stimmen geholt habe. Man dürfe sich nicht durch eher linke Medien und das Staatsfernsehen ins Bockshorn jagen lassen.

Auf keinen Fall solle sich die SVP wegen kurzfristiger Strömungen des Zeitgeistes verbiegen, sondern Rückgrat zeigen. Wichtig in der Politik seien gemäss Gartmann Realitätssinn, Geradlinigkeit, Mut und Ehrlichkeit.

Er erinnerte auch daran, dass die meisten erfolgreichen Unternehmer Sympathisanten der SVP seien und dass keine andere Partei die Wirtschaftsnähe und das Landesinteresse derart gut verkörpere.

Die Zuhörer liessen sich von dem interessanten Referat fesseln. Nicht zuletzt deshalb, weil Kantonsrat Gartmann kein Blatt vor den Mund nahm, Insiderwissen verbreitete und Themen aufgriff, die dem Normalbürger sonst nie zu Ohren gekommen wären. Die anschliessende Diskussion zeigte, dass eventuell manche Abstimmung anders verlaufen wäre, wenn alle Stimmbürger derart umfassend informiert gewesen wären. (pb)