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Das Eis taut und das Wasser sucht seinen Weg.
Das Eis taut und das Wasser sucht seinen Weg. (Bild: Bert Stankowski)

Gartentipp: Wege entstehen

Bert Stankowski Kommentare

«Wege entstehen dadurch, dass man sie geht», sagt Franz Kafka Während des vergangenen Coronajahres sind wir Hunderte Kilometer gewandert, meine Frau und ich.

Die Wanderwege sind meist gut bezeichnet. Man weiss immer einigermassen, wo man ist: Auf dem richtigen Weg! Ab und zu stösst man aber auf unmarkierte Seitenwege, ausgetrampelt von Wanderern und lokal wohnenden Leuten, die andere Wege kennen und sich somit nicht verlaufen. Abkürzung nennt das meine Frau.

In unserer Schrebergartenanlage sind die Wege genau definiert. Sie sind sehr oft rechtwinklig angelegt. Freie Flächen ohne Beete und Wiesenstücke jedoch werden von allen, Tieren wie Menschen, offensichtlich immer auf dem kürzesten Weg durchquert. Man benutzt, wie man allgemein sagt, den einfachsten Weg. Nun ist aber der einfachste Weg nicht immer der schnellste, viel öfter aber der gefährlichere.

Wie oft standen wir bei solchen Abkürzungen in einer Sackgasse und mussten zurückgehen, was Zeit raubte. Wie oft standen wir aber auch an einem Abgrund und jeder Schritt weiter wäre lebensgefährlich geworden. Wählen wir also für das kommende Jahr und alle noch folgenden immer einen Weg, der uns sicher ans Ziel führt. Abkürzungen können oft irreführend sein oder sogar gefährlich.

Dasselbe kann uns auch im Garten passieren. Bei einer Entscheidung, einen neuen Weg einzuschlagen, müssen wir vorsichtig sein. Der Einsatz chemischer Produkte kann Gefahren bergen. Ich bin nicht gegen den gezielten Einsatz, der kann mal nötig werden, was ich als Gärtner genug kenne. Er sollte aber immer die Ausnahme bleiben. Es ist jedem Gartenbesitzer bekannt, dass unsere Böden, unser Grundwasser und überhaupt die ganze Natur mehr und mehr durch Gifte belastet sind. Und dass es ihr nicht gut tut, muss uns klar sein. Die Gartenliebhaberin und der Gartenfreund haben es in der Hand, zumindest in seinem engsten Umfeld Einfluss zu nehmen.

Wir haben die Wahl des Weges, den wir beschreiten. Wir sollten den sichersten wählen, denn der führt uns zu einem Ziel, das ökologisch Sinn ergibt. Wie Franz Kafka sagt, indem man den Weg geht. Wer kein Ziel vor Augen hat, kann auch keinen Weg hinter sich bringen. Der Aufbruch ins neue Jahr hat begonnen, das Gartenjahr beginnt. In der aufbrechenden Eiskruste erscheint neues Leben.

Bert Stankowski, Weisslingen
www.hostako.npage.eu

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