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Die Nachzucht von Tomaten geht ganz leicht, da die Samenkörner aus der Frucht gewonnen werden können.
Die Nachzucht von Tomaten geht ganz leicht, da die Samenkörner aus der Frucht gewonnen werden können. (Bild: Eveline Dudda)

Garten: Saatgut aus Tomaten gewinnen

Eveline Dudda Kommentare

Von vielen Pflanzen kann man ganz einfach Saatgut für das nächste Jahr gewinnen. Zum Beispiel von Tomaten.

Wählen Sie für den Nachbau die gesunden Pflanzen aus, vermehren Sie keine Mickerlinge, sondern Kraftprotze! Die Widerstandskraft ge-genüber ungünstiger Witterung ist vererbbar. Die Nachkommen von Pflanzen, die solche Ereignisse überstanden haben, kommen in der Regel gut mit ihnen zurecht. Der Geschmack wird dagegen nicht ausschliesslich von den Genen bestimmt. Aber wenn man die geschmackvollsten Pflanzen nachzieht, hat man schon mal eine gute Basis. Auch der Ertrag ist von vielen Faktoren abhängig. Die Nachkommen ertragreicher Pflanzen haben jedoch eine höhere Wahrscheinlichkeit, ebenfalls ertragreich zu sein.

Zur Saatgutgewinnung sollten nur gut ausgereifte Früchte verwendet werden. Am einfachsten geht die Gewinnung der Samen mit der Spuckmethode: Man kaut die Frucht und spuckt die Samenkerne auf einen papiernen Kaffeefilter oder einen Teller. Haushaltspapier geht auch, nur bekommt man kleinere Samen von dort fast nicht mehr ab und muss sie dann später mit dem Papier aussäen. Wer nicht spucken mag, kann die Samenkerne mit einem Löffel aus dem Fruchtfleisch kratzen und so aufs Papier geben. Anschliessend wird das Saatgut an einem warmen Ort (aber nicht über 30 Grad!) getrocknet und das war es auch schon.

Noch besser ist es, wenn man das Samenkorn gären lässt. Dabei wird die Samenhülle und damit die Keimhemmung abgebaut. Dazu werden die Samenkörner mit etwas Fruchtfleisch in einem Glas mit Wasser ein paar Tage lang an einem warmen Ort aufgestellt. Aber Vorsicht: Das Glas darf auf keinen Fall verschlossen werden! Sonst verwandelt sich der Inhalt möglicherweise in eine Samenbombe der besonderen Art! Spätestens nach sieben Tagen sollte man die Gärbrühe in ein grosses Glas schütten, reichlich Wasser zugeben, kräftig umrühren und zuwarten. Die schweren Samen sinken auf den Boden, das leichtere Fruchtfleisch und taube Samen schwimmen obenauf. Beides kann man nun vorsichtig abgiessen. Danach spült man den Samen solange mit frischem Wasser, bis das Wasser klar bleibt und man genug saubere Körner hat.

Die Samenkörner werden nun auf Tellern oder Kaffeefilterpapier an einem gut belüfteten Ort mindestens eine Woche lang bei Temperaturen zwischen 23 und 28 Grad zum Trocknen aufgestellt. Bei höheren Temperaturen kann der Keimling Schäden davontragen. Erst wenn das Saatgut völlig trocken ist, packt man es ein.

Eveline Dudda, Hinterforst

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