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Die Goldrose nennt grosse, leuchtend rote Stacheln ihr Eigen.
Die Goldrose nennt grosse, leuchtend rote Stacheln ihr Eigen. (Bild: Bert Stankowski)

Garten: Rosen tragen Stacheln

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Rosen sind beliebt für Beete, Pergolen und Terrassengefässe. Ihre Schönheit resultiert aus den prächtigen, auffallenden Blüten, die sie den ganzen Sommer über zeigen.

Viele Rosen können auch noch im Herbst mit leuchtendem, vitaminreichem Fruchtschmuck in Form von Hagebutten aufwarten. Aber dann kommt der Winter, und aus ist die Pracht, wären da nicht noch die oft bei den Rosen so unbeliebten Stacheln. Das Märchen von Dornröschen hat es uns allen eingeprägt: Rosen haben Dornen!

Das ist aber aus Sicht der Botanik ebenfalls ein Märchen. Denn Rosen haben Stacheln! Ja, richtig, es handelt sich bei den Rosen nicht, wie sie landläufig so genannt werden, um Dornen, sondern um Stacheln. Stacheln sind Ausstülpungen auf Rinde und Blättern. Dornen haben sich einst aus kurzen Zweigen oder Blättern entwickelt.

Es gibt also eine ganze Reihe Rosen, deren Stacheln wahre Kunstwerke sind, farbig und formmässig brillieren.

Die auffallende Wildrose Rosa (omeiensis var. pteracantha) weiss sich zu wehren! Sie ist mit kräftig roten und breiten Stacheln besetzt, was ihr auch den Namen Stacheldrahtrose einbrachte. Das macht sie zur schönsten aller. Die einfachen Blüten sind weiss mit gelben Staubgefässen. Im Herbst folgen rote, runde Hagebutten. Sie setzen Farbtupfer. Diese Wildrose aus China hat farnartig gefiederte Blätter und wird buschig bis zu 250 cm hoch. Sie ist für Garten und Parkanlagen geeignet. Die Stacheldrahtrose ist eine seltene Art und nicht immer erhältlich. Häufiger bekommt man die Goldrose (Rosa hugonis) mit ihren massenhaft erscheinenden, goldgelben Blüten. Auch sie ist eine stark wachsende Strauchrose und für grössere Gärten und Parkanlagen geeignet. Ihre Stacheln sind gross und spitz, also Vorsicht beim Hantieren und Schneiden.

Nicht nur Strauchrosen bringen interessante Stacheln hervor. Auch einige Beet- und Edelrosen wecken einen gefährlichen Eindruck. Als Beispiel sind die Floribundarosen – «The Queen Elizabeth Rose» – manchmal so dicht mit Stacheln überzogen, dass nicht einmal eine Ameise hochklettern kann.

Neben der dekorativen Wirkung im Garten im Sommer wie Winter sind solche stacheligen Äste auch schön als Dekor von Schnittpflanzen. Natürlich muss man ganz vorsichtig arbeiten, um sich die Finger nicht wund zu stechen. Besonders schön ist das Farbenspiel im Gegenlicht der Abendsonne.

Bert Stankowski

Weisslingen

www.hostako.npage.eu

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