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Trauermücken an sich sind weniger das Problem, erst ihre Larven machen Setzlingen das Leben schwer.
Trauermücken an sich sind weniger das Problem, erst ihre Larven machen Setzlingen das Leben schwer. (Bild: Eveline Dudda)

Garten: Larven der Trauermücken

Eveline Dudda Kommentare

Torf wird heutzutage in den meisten käuflichen Erdmischungen mit Kompost ersetzt. Das freut nicht nur die Hochmoore, sondern auch die Trauermücken. Denn sie haben kompostartiges Material zum Fressen gern.

Die winzig kleinen Mücken, die da und dort aus Saatschalen, Setzlingstöpfen oder Zimmerpflanzenerde auffliegen, sind allenfalls lästig, stechen aber nicht. Sie leben auch nicht lange, spätestens nach fünf Tagen sind sie tot.

Vorher legen sie jedoch fleissig Eier. Ein einziges Fliegeli bringt es locker auf 200 Stück. Die Eier an sich verursachen auch noch keine Schäden, erst die Larven werden zum Problem. Die ernähren sich nämlich nicht mehr nur von Kompost oder ähnlichem, sondern greifen die Wurzeln von Pflanzen an, mit Vorliebe von Setzlingen. Gestressten oder labilen Pflanzen, wie zum Beispiel Sämlinge, die gerade pikiert wurden, können die Larven sogar den Garaus machen. Bei stärkeren Pflanzen gelingt ihnen das zwar nicht, aber sie wachsen nicht mehr optimal und sind anfälliger zum Beispiel für Pilzkrankheiten.

Trauermücken sind folglich bei Gärtnerinnen und Gärtnern nicht sehr beliebt. Wer nur ein paar wenige Mückli hat, kann diese erfolgreich mit gelben Klebefallen abfangen. Diese sind im Handel weit verbreitet und recht effizient. Wenn nur ab und zu mal ein einsames Fliegeli auf dem gelben Sticker klebt, besteht kein Grund zur Besorgnis. Wenn täglich mehr als drei bis vier Fliegen dazukommen, sollte man jedoch handeln. Es gibt zwei biologische Präparate, die sich bewährt haben: Das eine ist ein Produkt mit Toxinen des Bacillus Thuringiensis Israelensis. Wer sehr viele Trauermücken hat, kann mit Nematoden vom Typ Steinernema feltiae Erfolg haben. Bei starkem Befall muss die Anwendung eventuell wiederholt werden.

In Hobbygärtnerkreisen wird manchmal empfohlen, Streichhölzer kopfvoran in die Erde zu stecken, damit der Schwefel die Larven umbringt. Möglicherweise hat das früher tatsächlich funktioniert.

Heute scheitert der Tipp jedoch daran, dass moderne Streichhölzer in der Regel keinen wasserlöslichen Schwefel, sondern wasserunlösliches Antimon(V)-sulfid enthalten. Und das bringt keine Larven um. Wer unbedingt mit Schwefel experimentieren will, kann auf homöopathische Globuli Sulphur C 30 setzen: Das Präparat hat, im Gegensatz zu den chemischen Streichhölzern, garantiert keine Nebenwirkungen und wirkt teilweise verblüffend gut. Trauermücken glauben offenbar an die Homöopathie.

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