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Diepoldsau

Zeitlich gestaffelt kamen die Gartenbesitzer vorbei, um die einheimischen Gehölze abzuholen.
Zeitlich gestaffelt kamen die Gartenbesitzer vorbei, um die einheimischen Gehölze abzuholen. (Bild: pd)

Fremde Pflanzen ersetzen

Maya Seiler Kommentare

Einheimische Sträucher sind ebenso dekorativ, bieten aber Insekten und Vögeln Nahrung und Unterschlupf.

Naturschützer sehen sie nicht gern, die aus Kleinasien stammende Lorbeerkirsche oder den Sommerflieder, ein sehr invasiver Neophyt. Deshalb hat die Naturschutzgruppe Alta Rhy Diepoldsau erneut eine Aktion gestartet, problematische fremdländische Sträucher durch einheimische Pflanzen zu ersetzen. Büsche und Bäume wie Kirschlorbeer, Essigbaum oder Sommerflieder bringen der Natur keinen Nutzen, sondern schaden sogar. Dagegen unterstützen einheimische Gehölze die natürliche Vielfalt, bieten unseren Schmetterlingen und ihren Raupen sowie den Vögeln Nahrung und leisten damit einen wichtigen Beitrag an die Biodiversität.

Alle Gartenbesitzer hatten am Samstag die Gelegenheit, ihre Kirschlorbeer-, Sommerflieder- und Essigbäume oder Forsythien gratis gegen Felsenbirne, Eibe, Traubenkirsche, Berberitze oder weitere einheimische Sträucher einzutauschen. Bedingung war, die problematischen Gewächse mit ihren Wurzeln zum Entsorgen zu bringen.

Aktion stiess auf grosses Echo

60 Familien hatten sich die Mühe gemacht, unnütze, gar schädliche Sträucher auszugraben. Zum Tausch konnten die Mitglieder der Naturschutzgruppe Alta Rhy etwa 280 Einzelpflanzen und 400 Sträucher für zwei Hecken-Neupflanzungen anbieten. Die Aktion wurde durch Corona-Sicherheitsmassnahmen organisatorisch erschwert. Statt im alten Werkhofgebäude hatte man die Pflanzen im Freien bereitgestellt und die Abgabe gestaffelt, um einen Besucherandrang zu vermeiden. Die Kosten der Aktion werden von der politischen sowie den beiden Ortsgemeinden zusammen mit der Naturschutzgruppe getragen; das fachgerechte Entsorgen der schädlichen Pflanzen übernimmt die Gemeinde.

Alta-Rhy-Präsident Jürg Sonderegger ist es wichtig, die Leute zu sensibilisieren. Vielen war nicht bewusst, dass der so schön blühende Sommerflieder unkontrolliert auf den Kiesflächen am Alten Rhein und der Kirschlorbeer sich in den Wäldern ausbreitet. Darum fordern die Naturschützer auch, dass die Politik aktiv wird, um den Verkauf dieser Pflanzen zu verbieten.

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