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  • Lars Halter aus Widnau: Nach Verletzungspause noch mit Trainingsrückstand, aber zufrieden mit dem Turnierverlauf.
    Lars Halter aus Widnau: Nach Verletzungspause noch mit Trainingsrückstand, aber zufrieden mit dem Turnierverlauf.
  • Daniel Renetzeder aus Diepoldsau: Trotz Schmerzen im dritten Kampf bestes Qualifikationsturnier seiner Judokarriere.
    Daniel Renetzeder aus Diepoldsau: Trotz Schmerzen im dritten Kampf bestes Qualifikationsturnier seiner Judokarriere. (Bilder: Yves Solenthaler)
  • Lars Halter aus Widnau: Nach Verletzungspause noch mit Trainingsrückstand, aber zufrieden mit dem Turnierverlauf.
  • Daniel Renetzeder aus Diepoldsau: Trotz Schmerzen im dritten Kampf bestes Qualifikationsturnier seiner Judokarriere.

Fortschritte auf und neben der Matte

Yves Solenthaler Kommentare

Nach Jahren des Teilnehmerrückgangs konnte der JJJC Rheintal an seinem 42. Ranking-Turnier in Altstätten wieder einen leichten Anstieg verbuchen – von 350 auf 366 Sportler. Auch die einheimischen Judoka zeigten ihre Fortschritte.

Yves Solenthaler

Der Schweizer Judoverband hat den Wildwuchs beseitigt und ­seine Ranking-Turniere, die als Quali für die Schweizer Meisterschaft zählen, in ein einheitliches System getrimmt. Neu gibt es 1000er- und 500er-Turniere; das im Rheintal gehört zur unteren Kategorie. Erfreuliche 366 ­Judoka nahmen am Turnier des Judo- und Ju-Jitsu-Clubs Rheintal Anlauf, um sich fürs nationale Championat zu qualifizieren.

Freude übers gute Resultat übertüncht Schmerzen

Zwei von ihnen trainieren zweimal wöchentlich beim Judoclub Balgach und traten in der Kategorie Elite an: Der 27-jährige Daniel Renetzeder aus Diepoldsau in der Gewichtsklasse bis 81 Kilo und der 20-jährige Lars Halter aus Widnau bis 66 kg. Ihre Trainer sind Daniel Federer und Christian Rebholt. Trotz des 15-Kilo-Gewichtsunterschieds bestreiten Renetzeder und Halter oft Sparrings gegeneinander: «Wir kämpfen dabei voll», sagt der Schwerere, «aber wenn ich spüre, dass Lars im Flow ist, halte ich meinen Körper jeweils nicht voll dagegen.»

Diese Rücksicht war Daniel Renetzeder am Heimturnier fremd. Er macht nach einer Pause seit fünf, sechs Jahren wieder Judo. Nun auch schon seit einer Weile wieder wettkampfmässig. Die Trainer attestieren dem Diepoldsauer, der Student an der ­Pädagogischen Hochschule in St. Gallen ist, grosse Fortschritte.

In Altstätten bestätigte Renetzeder diese Einschätzung: Die ersten zwei Kämpfe gewann er durch Würfe mit den wohlklingenden Namen Tani Otoshi und Morote Seoi Nage. «Dabei ist eigentlich der Uchi Mata mein Lieblingswurf», schmunzelt Renetzeder. Zu diesem wollte er auch im dritten Kampf ansetzen, in dem er in Rückstand lag.

Er kam aber nicht mehr dazu: Bei einem nicht genug konsequenten Angriff stellte sich ihm der Gegner auf die Hüfte. Die Folge davon war, dass Renetzeder später einen Eisbeutel an sein Bein hielt und die Halle humpelnd verlassen musste. «Eine Zerrung, nichts Schlimmes», sagt er. Die Freude über den dritten Rang überwog, es ist seine beste Klassierung an einem Qualifikationsturnier.

Es dürfte aber zwei Wochen Trainingspause geben.

Eine längere Pause hatte der Widnauer Lars Halter. Einerseits ebenfalls verletzungsbedingt, andererseits, weil er drei Wochen in Südafrika in den Ferien war.

Nach längerer Pause noch Trainingsrückstand

Der Druckausrüster, der in Flawil arbeitet, darf seit dieser Saison nicht mehr in einer Nachwuchskategorie antreten – er wird noch dieses Jahr 21-jährig und erfüllt daher die U21-Vorgaben nicht mehr.

Aber Halter kämpft schon länger in der Elite, letzte Saison oft mit Doppelstarts. In Altstätten gewann er zum Auftakt durch Nippon, der höchsten Wertung, verlor aber die zwei folgenden Kämpfe in seinem Pool. «Bei der ersten Niederlage machte ich einen Fahler: Ich griff in Rück­lage an», sagt Halter. Dadurch lud er den Kontrahenten förmlich zum Kontern ein. Der dritte Kampf ging «auf Zeit», also über die ­vollen vier Minuten. Da machte sich Halters Trainingsrückstand bemerkbar: «Am Schluss fehlte die Kondition.»

Er ist sicher, dass er sich diese schnell wieder aneignet – und so im Rennen um das SM-Ticket Boden gut machen kann. Halter war mal Vierter an U21-Titelkämpfen, das Leistungsvermögen ist also vorhanden.

«Für unsere Judoka ist es schwer, mit der nationalen Spitze mitzuhalten», sagt Christian Kamber vom JJJC Rheintal. Viele Konkurrenten besuchen Sportschulen, trainieren täglich. So haben Renetzeder und Halter nicht gleich lange Spiesse zur Verfügung. Und ihre Gewichtsklassen sind beliebt, die von Halter vor ­allem bei den Jüngeren. Und die von Renetzeder ist noch nicht im Schwergewicht, wo die Teilnehmerzahlen jeweils deutlich kleiner werden.

Der JJJC Rheintal erwartet von seinen Elitekämpfern sportlich nicht mehr, als sie sich selbst vornehmen. «Es sind gute Jungs», sagt Kamber, «denn sie kämpfen nicht nur, sondern helfen auch bei Vereinsaufgaben fleissig.»

Am Samstag kämpfen sie, am Sonntag helfen sie

Und so stehen Halter und Renetzeder, Letzterer trotz Verletzung, am Sonntag schon wieder in der Schöntalhalle; sie sind vor den Nachwuchskämpfen bei der Abwaage im Einsatz.

Resultate der Rheintaler Judoka

Master Frauen Léger: 1. Klara De Cilia, 2. Rita Müller-Kehl.

Elite, –66 kg: 5. Lars Halter.

Elite, –81 kg: 3. Daniel Renetzeder.